APA - Austria Presse Agentur

Erneut Zusammenstöße bei Anti-Rassismusprotesten in den USA

06. Sept 2020 · Lesedauer 2 min

In den USA ist es bei anhaltenden Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt erneut zu Zusammenstößen gekommen. In Rochester im Bundesstaat New York setzte die Polizei Samstagnacht Schlagstöcke, Pfefferspray-Geschosse und Tränengas ein, um etwa 2.000 Teilnehmer eines Protestzugs zurückzudrängen. Nach Angaben der Polizei missachteten die Demonstranten die Anweisung, den Protest aufzulösen.

In den USA ist es bei anhaltenden Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt erneut zu Zusammenstößen gekommen. In Rochester im Bundesstaat New York setzte die Polizei Samstagnacht Schlagstöcke, Pfefferspray-Geschosse und Tränengas ein, um etwa 2.000 Teilnehmer eines Protestzugs zurückzudrängen. Nach Angaben der Polizei missachteten die Demonstranten die Anweisung, den Protest aufzulösen.

Auf die Beamten seien Steine, Feuerwerkskörper und Flaschen geworfen worden. Es war die vierte Protestnacht infolge in Rochester, wo der Afroamerikaner Daniel Prude nach einem Polizeieinsatz im März ums Leben kam. Seine Familie veröffentlichte kürzlich Videoaufnahmen, die zeigen, wie Prude mit einer Haube über dem Kopf von Polizisten zu Boden gedrückt wird.

Am Rande des jährlichen Kentucky-Derby-Pferderennens in Louisville stießen Anhänger der Black-Lives-Matter-Bewegung auf etwa 250 mit Pistolen und Gewehren bewaffnete Gegendemonstranten. In einem Park kam es zu Handgreiflichkeiten. Nur wenige Zentimeter voneinander entfernt wurde sich angeschrien. Nach 45 Minuten räumte die Polizei den Park, doch die Proteste gingen unweit der Pferderennstrecke weiter.

Hunderte Demonstranten skandierten "Keine Gerechtigkeit, kein Derby". Auch gut 250 bewaffnete Mitglieder der schwarzen Miliz NFAC marschierten zu dem von der Polizei bewachten Gelände, zogen dann aber ohne Zwischenfall wieder ab. Louisville ist einer der Brennpunkte der landesweiten Anti-Rassismus-Proteste. Dort starb im März die Schwarze Breonna Taylor, als Polizisten ihre Wohnung stürmten.

Auch in Portland im Bundesstaat Oregon blieb die Lage angespannt. Dort halten die Proteste seit drei Monaten an. Am Donnerstag erschoss die Polizei im angrenzenden Bundesstaat Washington einen 48-Jährigen, der sich selbst als Anti-Faschist bezeichnete. Er wurde wegen Mordes gesucht, weil er vor einer Woche einen rechtsextremen Gegendemonstranten in Portland getötet haben soll.

Unterdessen hat sich der durch Polizeischüsse in der Stadt Kenosha schwer verletzte Afroamerikaner Jacob Blake vom Krankenbett aus an die Öffentlichkeit gewandt. "Es tut weh zu atmen, es tut weh zu schlafen, es tut weh, sich von einer Seite auf die andere zu drehen, es tut weh zu essen", sagte er in einer am Samstag von seinem Anwalt Ben Crump veröffentlichten Videobotschaft.

Dem 29-jährigen Familienvater war am 23. August in Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin vor den Augen drei seiner Kinder von einem weißen Polizisten mehrfach in den Rücken geschossen worden. Er ist derzeit von der Hüfte abwärts gelähmt. Es ist unklar, ob er jemals wieder wird laufen können.

Quelle: Agenturen