Epidemiologe: Brauchen europäische Covid-Strategie um "Ping Pong"-Effekt zu verhindern

10. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Der Epidemiologe Peter Willeit fordert im PULS 24 Interview ein gemeinsames europäisches Vorgehen gegen Corona, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die 7-Tages-Inzidenz hält Willeit noch immer für einen wichtigen Parameter.

In den letzten sechs Wochen kam es in Österreich zu einer Versechsfachung der Corona-Fälle. Auch in anderen europäischen Staaten ist eine kontinuierliche Steigerung der Fallzahlen zu beobachten. Deshalb hat der Epidemiologe Peter Willeit von der MedUni Innsbruck im Forschungsmagazin "The Lancet" gemeinsam mit Kollegen die EU-Staaten zu einem gemeinsamen Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgefordert.

Die EU müsse gemeinsam eine niedrige Inzidenzstrategie verfolgen, fordert Willeit im PULS 24 Interview. Wenn unterschiedliche Maßnahmen zu unterschiedlichen Zeiten in Ländern gesetzt werden, führe dies zu einer Art "Ping Pong"-Effekt zwischen den Staaten. "Die Maßnahmen sind dadurch weniger nachhaltig", was insbesondere im Hinblick auf den Herbst zu einem Problem werden könnte.

7-Tage-Inzidenz wichtiger als Spitalszahlen

Auch ist Willeit für ein Festhalten an den täglichen Neuinfektionszahlen bzw. der 7-Tage-Inizidenz als wichtiger Parameter zur Bestimmung der aktuellen Corona-Lage. Er argumentiert, dass die Inzidenz "das Infektionsgeschehen besser reflektiert und es keine Zeitverzögerung wie bei der Auslastung der Intensivstationen gibt."

Der Epidemiologe regt an, die 7-Tage-Inzidenz nach der Aufteilung der Altersgruppen und des Impfstatus zu unterteilen. Dies würde eine bessere Planbarkeit im Gesundheitswesen erlauben, ist er überzeugt, da "man früher wissen würde, was auf uns zukommt."

Dennoch sei es natürlich entscheidend alle Kennzahlen – die 7-Tage-Inzidenz, die Durchimpfungsrate und die Spitalszahlen – gesamtheitlich zu sehen, sagt Willeit.

Alexander Plank-BachseltenQuelle: Redaktion / apb