APA - Austria Presse Agentur

"Entzaubert": Hanger attackiert U-Ausschuss-Mitglied Krisper

17. Mai 2021 · Lesedauer 3 min

ÖVP-U-Ausschuss-Mitglied Andreas Hanger attackierte Stephanie Krisper von den NEOS scharf. Aus der Partei warf man ihm im Gegenzug vor, nur von ÖVP-Problemen ablenken zu wollen.

Andreas Hanger, Fraktionsvorsitzender der ÖVP im Ibiza-U-Ausschuss, rief am Montag zu einer Pressekonferenz zum Thema "Manipulationsverdacht gegen die NEOS im Ibiza-U-Ausschuss
bestätigt". 

Der Vorwurf: Stephanie Krisper, die NEOS-Fraktionsvorsitzende, hätte sich vor der Befragung im U-Ausschuss mit Peter Barthold, einer Auskunftsperson, getroffen und sie auf die Befragung vorbereitet.

NEOS gehen in Berufung

Darüber berichteten die Omnia Online Medien, die daraufhin von den NEOS am Handelsgericht verklagt wurden. Krisper habe nie bestritten, so die NEOS in einer Aussendung, dass es sowohl vor als auch nach Bartholds Aussage unregelmäßige Treffen mit ihm gegeben hätte. Der Zweck der Begegnungen sei jedoch nie eine Vorbereitung der Auskunftsperson gewesen. Auch sonstige unerlaubte Absprachen hätten nicht stattgefunden. Sie habe von Anfang an offengelegt, dass sie mit Herrn Barthold schon lange Kontakt habe und mit ihm die Sorge um den Rechtsstaat im Bereich Strafverfahren gegen die Novomatic und die Sorge, Spielsüchtige vor Glücksspiel zu schützen, teile, Stichwort Glücksspielnovelle 2010. Dazu sei sie die letzten eineinhalb Jahre tätig. In erster Instanz bekamen die NEOS vor Gericht nicht recht und gingen in Berufung. 

Hanger: NEOS "entzaubert"

Für Andreas Hanger ist die Sauberpartei NEOS damit "entzaubert".  Krisper stilisiere sich gerne zur "selbst ernannten Aufdeckerin", es zeige sich nun aber ein anderes Bild. Hanger sagte wörtlich: "Die geht mir am ..." Er sah am Montag "wasserdichte Beweise", dass Krisper die Unwahrheit gesagt habe. Unterstützung erhielt er dabei von ÖVP-Mandatar Klaus Fürlinger: Die NEOS seien nicht nur mit ihrer Klage beim Handelsgericht abgeblitzt, sondern auch in zweiter Instanz mit einem Antrag auf einstweilige Verfügung. Der Akt, der den Türkisen "zugespielt" worden sei, zeichne ein "Sittenbild".

Daran, dass auch Kurz' Kabinettschef Bernhard Bonelli mehrmals Barthold vor dessen Aussage im Untersuchungsausschuss im Bundeskanzleramt getroffen habe, stößt sich Hanger nicht. Der Unterschied sei, dass Bonelli das ja nicht so wie Krisper abgestritten habe. Wobei auch Kripser bei der Befragung von Barthold im September zu Protokoll gegeben hat, mit dem Ex-Novomatic-Geschäftspartner schon lange wegen der Sorge um Spielsüchtige in Kontakt gestanden zu sein.

Scherak zu Vorwürfen gegen Krisper: ÖVP versucht nur abzulenken

Der stellvertretende Vorsitzende der NEOS, Nikolaus Scherak, über die Vorwürfe des Ibiza-U-Ausschuss-Fraktionsvorsitzenden Andreas Hanger (ÖVP) gegenüber Stephanie Krisper (NEOS).

Scherak: Ablenkungsmanöver der ÖVP

Nikolaus Scherak, der stellvertretende Vorsitzende der NEOS nahm PULS 24 gegenüber Stellung zu den Vorwürfen. Das Medium hätte die Unwahrheit gesagt. Man dürfe sich mit Auskunftspersonen treffe, man dürfe sie nur nicht vorbereiten. Das hätte Krisper nicht gemacht. Für ihn sei die Pressekonferenz Hangers nur ein Ablenkungsmanöver. Die ÖVP versuche seit Wochen, von den eigenen Problemen und Skandalen abzulenken. "Hier wird versucht Institutionen in Österreich zu diskreditieren, den Verfassungsgerichtshof lächerlich zu machen, indem er Akten nicht liefert und auch das Parlament und Untersuchungs-Ausschuss zu diskreditieren und lächerlich zu machen." Das sei das einzige Ziel, dass die ÖVP verfolge. 

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam