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"Enormer Druck" bei Rettungsorganisationen

23. März 2022 · Lesedauer 2 min

Vier Rettungsorganisationen stellen am Mittwoch zentrale Forderungen an die Bundesregierung.

Sich ständig ändernde Rahmenbedingungen, unvorhersehbares Arbeitsaufkommen und jetzt noch die enormen Preissteigerungen bringen das Rettungswesen an seine Grenzen, hieß es in einer Aussendung von Rotem Kreuz, Samariterbund, Johannitern und Maltesern.  

Jetzt "Gehör verschaffen"

"Wir haben lange nichts gesagt. Wir sind allen Anforderungen nachgekommen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind rund um die Uhr im Einsatz", sagte Manuel Weinberger, Malteser-Generalsekretär. "Doch aktuell ändern sich die Rahmenbedingungen gravierend. Jetzt müssen wir uns öffentlich Gehör verschaffen", erklärten die vier Rettungsorganisationen. Gefordert wird die Befreiung von der Mineralölsteuer, die Weiterführung der vorübergehenden medizinischen Versorgungseinrichtung für an Covid-19 Erkrankten und Krankheitsverdächtigen ("Barackenspitäler") und ein 500 Euro Corona-Bonus für Rettungssanitäterinnen und Sanitäter.

Hohe Treibstoffpreise 

Der Treibstoffpreis habe sich fast verdoppelt, die Tarife im Rettungs- und Krankentransportwesen seien jedoch gleich geblieben. Dieser Mehraufwand könne von den Rettungsorganisationen nicht länger gestemmt werden. "Landwirtschaftliche Betriebe haben bereits eine Rückerstattungsmöglichkeit für die Steuerbeträge auf Mineralöl. Wir wollen hier eine Gleichstellung", betonte Peter Kaiser, stellvertretender Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes.

Kritik auch wegen Pandemie und Flüchtlingsstrom

Aktuell würde die gesetzliche Finanzierungszusage von "Barackenspitälern" mit Monatsende auslaufen. Die Corona-Fallzahlen sind aber auf einem sehr hohen Niveau, die Situation in den Spitälern ist äußerst kritisch und ein Ende der Pandemie nicht in Sicht. Kommt es zu keiner Finanzierungszusage, müssten die Rettungsorganisationen die Einrichtungen abbauen. Dadurch würde sich die Lage in den Spitälern noch mehr zuspitzen, "es droht ein medizinischer Notstand", warnte Robert Brandstetter, Bundesgeschäftsführer der Johanniter-Unfall-Hilfe in Österreich. "Wo sollen infizierte Schutzsuchende aus der Ukraine, Reisende, Wohnungslose künftig untergebracht werden?"

Rettungsantitäter hätten während der Pandemie ihre Gesundheit riskiert und ihre Freizeit geopfert, um anderen zu helfen. Sie seien es, die jetzt wieder die Flüchtlingswelle zu einem Großteil stemmen. "Wir verstehen nicht, warum sich die Bundesregierung so vehement weigert, dieser Berufsgruppe einen Bonus auszuzahlen", sagte Reinhard Hundsmüller, Bundesgeschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs.

Quelle: Agenturen