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Enorme Verluste für Russland bei Kampf um Sjewjerodonezk

09. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Die russischen Truppen erleiden ukrainischen Angaben zufolge beim Kampf um die strategisch wichtige Stadt Sjewjerodonezk erhebliche Verluste. "Die Russen haben wesentlich mehr Verluste als die Ukrainer", postete der Luhansker Gouverneur Serhij Hajdaj am Donnerstag auf Facebook. Das Verhältnis liege "bei eins zu zehn". Die russische Armee habe die Überreste von Einheiten aus der Teilrepublik Burjatien im Fernen Osten Russlands abgezogen, meinte Hajdaj.

"Sie sterben wie die Fliegen." Zu ukrainischen Verlusten könne er keine Angaben machen, betonte Hajdaj. Russische Kräfte hatten in der vergangenen Woche den Großteil der Industriestadt erobert. Die Ukrainer mussten sich in das Industriegebiet und in die benachbarte Zwillingsstadt Lyssytschansk zurückziehen. In dem seit Ende Februar laufenden Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine haben russische Truppen mittlerweile mehr als 90 Prozent des Gebiets Luhansk unter ihre Kontrolle gebracht.

Zuvor hatten russische Truppen ihre Angriffe auf Wohn- und Industriegebiete in Sjewjerodonezk fortgesetzt. Durch den Beschuss der Chemiefabrik Azot seien vier Menschen getötet worden, schrieb Hajdaj auf Telegram. Die Anlage wird nach ukrainischen Angaben von Hunderten Zivilisten als Luftschutzbunker genutzt.

Eine vergleichbare Einkesselung durch russische Truppen wie bis vor kurzem in der Hafenstadt Mariupol drohe derzeit jedoch nicht. Von russischer und prorussischer Seite wird immer wieder der Vorwurf geäußert, die Ukrainer hätten die Zivilisten in die Azot-Keller gelockt und das Gelände dann vermint. Belege dafür gibt es nicht.

Mehr als 90 Prozent des Luhansker Gebiets, in dem Sjewjerodonezk liegt, ist von Russland bereits besetzt. Eine Evakuierung von Sjewjerodonezk sei nach Angaben des Bürgermeisters nicht mehr möglich. Etwa 10.000 Zivilisten seien noch in der Stadt, sagte Olexander Strjuk.

In der Stadt Stachanow im ostukrainischen Separatistengebiet Luhansk sollen mindestens 13 Menschen durch Raketenwerferbeschuss seitens der Ukraine getötet worden sein. "Es sind etwa 20 Raketen des Typs Uragan eingeschlagen", teilte Republikchef Leonid Passetschnik russischen Medien zufolge mit. Zudem seien mindestens sechs Verletzte aus den Trümmern geborgen worden. Die moskautreuen Separatisten warfen der ukrainischen Armee vor, ein Wohngebiet beschossen zu haben. Ukrainische Stellungen befinden sich in etwa zwölf Kilometer Entfernung von der Industriestadt.

Quelle: Agenturen