APA - Austria Presse Agentur

Ein Toter und Dutzende Verletzte bei Anschlag in Afghanistan

25. Aug 2020 · Lesedauer 2 min

Im Norden Afghanistans sind bei einem Anschlag mit einer Autobombe mindestens drei Menschen getötet worden. Weitere 41 Menschen wurden bei der Explosion in der Provinz Balkh verletzt, wie das Verteidigungsministerium am Dienstag mitteilte. Unter den Toten sei ein Soldat gewesen.

Im Norden Afghanistans sind bei einem Anschlag mit einer Autobombe mindestens drei Menschen getötet worden. Weitere 41 Menschen wurden bei der Explosion in der Provinz Balkh verletzt, wie das Verteidigungsministerium am Dienstag mitteilte. Unter den Toten sei ein Soldat gewesen.

Das Attentat erfolgte nur wenige Kilometer entfernt von Mazar-i-Sharif, wo die deutsche Bundeswehr ihren größten Stützpunkt in Afghanistan unterhält. Die islamistischen Taliban reklamierten den Angriff für sich. In zwei Dritteln der Bezirke Balkhs hat die militante Gruppe starken Einfluss. Die Provinz ist schwer umkämpft .Ein Video des afghanischen TV-Senders Tolonews zeigte ein Bild der Verwüstung mit Staubwolken, Trümmerhaufen und zerstörten Häusern.

Unterdessen ist eine hochrangige Taliban-Delegation für politische Gespräche im Nachbarland Pakistan. Die sechsköpfige Gruppe, angeführt vom Taliban-Vizechef Mullah Abdul Ghani Baradar, wurde von Pakistans Außenministerium eingeladen. Geplant ist ein Treffen mit Außenminister Shah Mehmood Qureshi an diesem Dienstag, um über den Friedensprozess in Afghanistan zu sprechen. Am Samstag hatte Pakistan Sanktionen gegen Baradar und Terrororganisationen verhängt.

Taliban und Kabul planen derzeit Friedensgespräche, doch noch immer ist kein Datum für den Auftakt bekannt. Im Streit um einen Gefangenentausch war der Beginn wieder ins Stocken geraten. Nach dem Beschluss einer traditionellen Ratsversammlung vor rund drei Wochen wurde zunächst die größte Hürde vor Gesprächen aus dem Weg geräumt. 400 als gefährlich eingestufte Taliban sollten frei kommen - eine der wichtigsten Forderungen der Taliban. Doch dann blockierte Kabul die Freilassung erneut, trotz Zustimmung von Präsident Ashraf Ghani.

In Kabul selbst ist die politische Elite zerstritten. 100 Tage nach der Machtteilung durch die früheren Wahlrivalen Ghani und Abdullah Abdullah ist die Regierung immer noch nicht komplett. Abdullah, der inzwischen den Friedensprozess im neu geschaffenen Hohen Rat für Versöhnung leitet, hatte sich mit Ghani im Mai nach monatelangem Streit auf einen Kompromiss geeinigt. Beide Lager sollten demnach jeweils zur Hälfte die Regierung stellen.

Quelle: Agenturen