APA - Austria Presse Agentur

Ein Toter bei Feuergefecht am Eingang zum Flughafen Kabul

23. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Am Flughafen von Kabul hat es laut Angaben der deutschen Bundeswehr Montag früh ein Feuergefecht zwischen afghanischen Sicherheitskräften und unbekannten Angreifern gegeben.

Bei einem Feuergefecht afghanischer Sicherheitskräfte sowie deutscher und US-amerikanischer Soldaten mit unbekannten Angreifern am Flughafen Kabul ist eine afghanische Sicherheitskraft getötet worden. Drei weitere wurden Montagfrüh verletzt, twitterte die deutsche Bundeswehr.

Von dem Flughafen starten die Evakuierungsflüge, mit denen westliche Staaten nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban eigene Bürger und afghanische Ortskräfte außer Landes bringen.

Nach Angaben der Bundeswehr kam es zu dem Schusswechsel gegen 4.15 Uhr (MESZ) am Nordtor des Airports. Alle deutschen Soldaten seien unverletzt geblieben. Die deutsche Botschaft hatte erst kurz zuvor gewarnt, dass es an den Zugängen immer noch sehr häufig zu gefährlichen Situationen und bewaffneten Auseinandersetzungen komme.

Das Tor im Norden sei weiter geschlossen. Aufgrund der Sicherheitslage riet die Botschaft Deutschen und afghanischen Ortskräften "dringend" von Fahrten zum Flughafen ab. Es sei vorläufig grundsätzlich sicherer, zu Hause oder an einem geschützten Ort zu bleiben.

US-Regierung warnt von möglichem IS-Anschlag

Die US-Regierung hatte erst am Sonntag Sorgen vor einem Anschlag der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) am Flughafen oder in der Umgebung geäußert. "Die Bedrohung ist real, sie ist akut, sie ist anhaltend", sagte der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, im Sender CNN. Man nehme die Warnungen "absolut todernst". Die Taliban und der regional aktive Zweig des IS sind verfeindet und haben in der Vergangenheit gegeneinander gekämpft.

Warnung vor Anschlagsgefahr am Flughafen in Kabul

Sicherheitskräfte am Flughafen in Kabul sind alarmiert. Es gibt die Befürchtung, dass die Terrormiliz IS Anschläge planen könnte.

Die Bundeswehr hat inzwischen mehr als 2.700 Menschen aus Kabul ausgeflogen, darunter mehr als 1.800 Afghanen. In der Hauptstadt des Nachbarlandes Usbekistan, Taschkent, landete nach Angaben der Bundeswehr aus der Nacht ein Flugzeug mit 213 Passagieren.

Vor einer Woche hatten die militant-islamistischen Taliban Kabul erobert und die Macht übernommen. Seitdem fürchten sich Oppositionelle, Journalisten, Menschenrechtler und auch Ortskräfte, die für westliche Staaten tätig waren, vor Racheaktionen.

Quelle: Agenturen