APA/APA (dpa)/Jens Büttner

Die Pensionslücke bei Frauen bleibt ein Problem

07. März 2022 · Lesedauer 2 min

Frauen bleiben bei ihren Pensionsbezügen deutlich hinter jenen der Männer zurück. Sieht man das Pensionskonto an, entsteht die Lücke vor allem in den letzten Jahren. Sind Frauen in der Altersgruppe von 30 bis 34 Jahren noch bei einem Wert von 89 Prozent des männlichen Kontostands, fällt dieser Wert im Alter zwischen 55 und 59 auf knapp 70 Prozent. Bei den Alterspensionen gesamt erreichen Frauen 63,1 Prozent der Männerpensionen.

Diese Zahlen waren Basis einer Diskussion des Finanzjournalistenforums Montagvormittag. Der langjährige Sektionschef im Sozialministerium und frühere Leiter der Alterssicherungskommission, Walter Pöltner, wies dabei darauf hin, dass Selbstständige und Angestellte mit Kindern finanziell stärker benachteiligt seien als Arbeiterinnen und Bäuerinnen.

Denn die einheitliche Beitragsgrundlage für die Abgeltung der Kindererziehungszeiten wertet das Einkommen von Personen, die z.B. 1.000 Euro verdienen, gegenüber jenen, die beispielsweise 2.000 Euro verdienen, indirekt auf. Es gebe hier für eine Hilfsarbeiterin quasi einen fiktiven Karrieresprung, womit sie weniger Nachteile in der Kinderbetreuungszeit habe.

Die Vorsitzende des Bundesfrauenrings, Klaudia Frieben von der Produktionsgewerkschaft pro-ge, betonte, dass Frauen mit Kindern ohnehin dadurch benachteiligt seien, dass nicht mehr wie früher die besten 15 Jahre für die Pensionsjahre zählen, sondern die ganze Erwerbsbiografie. Dazu käme, dass viele im höheren Alter vor allem im Produktionsbereich schlicht nicht mehr arbeitsfähig seien und andere nach den Kinderbetreuungspflichten in jungen Jahren in älteren durch Pflege gefordert seien. Die Angleichung des Pensionsalters der Frauen an jenes der Männer werde die nächste Herausforderung sein.

Als praktische Hilfe hoben sowohl Frieben als auch Pöltner einen Ausbau der Kinderbetreuung hervor. Auch ganztägige Schulen helfen, Frauen Vollzeit im Arbeitsprozess zu halten. Dabei beklagte Frieben jedoch, dass in immer mehr Branchen Frauen überhaupt nur noch Teilzeitstellen angeboten würden.

Auf die Vorsorge nicht zu vergessen empfahl Sonja Steßl, Vorstandsmitglied in der Wiener Städtischen Versicherung. Die ehemalige Staatssekretärin berichtete, dass Männer rund ein Drittel mehr Geld für private Vorsorge zur Seite legten als Frauen. Denn Frauen neigten dazu, sich mehr um andere zu sorgen als um sich selbst. Dabei würde hier ein "gesunder Egoismus" nicht schaden.

Quelle: Agenturen