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Die Militärhilfe westlicher Staaten an die Ukraine

03. Juni 2022 · Lesedauer 4 min

Seit Beginn des russischen Angriffs unterstützen viele Länder die Ukraine mit Waffen. Im Folgenden ein Überblick über die Zusagen und Lieferungen.

Die Liste ist nicht vollständig, da manche Regierungen ihre Militärhilfe geheim halten.

VEREINIGTE STAATEN

Washington hat diese Woche ein neues Waffenpaket angekündigt im Wert von 700 Millionen Dollar (650 Millionen Euro). Es umfasst nach Angaben des Verteidigungsministeriums vier Himars-Mehrfachraketenwerfer, 1.000 Javelin-Panzerabwehrraketen und vier Mi-17-Hubschrauber.

Die US-Regierung stellte seit Kriegsbeginn bereits 4,5 Milliarden Dollar an Militärhilfe bereit. Zu den zugesagten oder gelieferten Waffen gehören 72 Haubitzen, 72 Zugfahrzeuge und mehr als 120 taktische Drohnen. Die USA sagten außerdem Hubschrauber, gepanzerte Transporter, 1.400 Stinger-Flugabwehrsysteme, 5.000 Javelin-Panzerabwehrraketen, mehrere tausend Gewehre mit Munition und weitere Ausrüstung zu.

TÜRKEI

In Videos ist zu sehen, wie die ukrainische Armee mit türkischen Bayraktar-TB2-Kampfdrohnen Konvois russischer Panzerfahrzeuge zerstörte. Vor der Invasion verfügte die Ukraine über etwa 20 TB2. Im März erklärte Kiew, weitere Drohnen erhalten zu haben.

GROSSBRITANNIEN

London stellte 450 Millionen Pfund (528 Millionen Euro) Militärhilfe für Kiew bereit und lieferte unter anderem 120 gepanzerte Fahrzeuge, über 5.800 Panzerabwehrraketen, fünf Flugabwehrsysteme, über 1.000 Raketen und 4,5 Tonnen Sprengstoff. Premierminister Boris Johnson versprach am 3. Mai weitere Unterstützung im Wert von 300 Millionen Pfund - unter anderem Radargeräte und Drohnen.

KANADA

Seit Februar hat Ottawa der Ukraine Militärhilfe in Höhe von 262 Millionen kanadischen Dollar (194 Millionen Euro) geleistet und unter anderem Drohnenkameras, Haubitzen, Gewehre, Munition, Raketenwerfer, tausende Handgranaten sowie zwei taktische Transportflugzeuge geschickt.

DEUTSCHLAND

Kurz nach der Invasion lieferte Berlin unter anderem 1.000 Panzerabwehrwaffen, 500 Boden-Luft-Raketen vom Typ Stinger, Munition, Bunkerfäuste, Maschinengewehre und Handgranaten. Ende April entschied sich die deutsche Bundesregierung, die Ukraine auch mit schweren Waffen zu unterstützen und erklärte sich bereit, 30 ausgemusterte Gepard-Flugabwehrpanzer zur Verfügung zu stellen, die jedoch erst im Juli und August einsatzbereit sein werden. Zudem erhält Kiew voraussichtlich im Juni sieben Panzerhaubitzen 2000.

Über einen Ringtausch sollen zudem Länder wie Griechenland und Tschechien Panzer aus Sowjetzeiten an die Ukraine liefern, die dann von Deutschland bei den NATO-Verbündeten durch modernes Gerät ersetzt werden. Diese Woche kündigte der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz die Lieferung des hochmodernen Luftverteidigungssystems Iris-T-SLM und eines Ortungssystems an. Darüber hinaus wurden Kiew nach Angaben aus Regierungskreisen vier Mehrfachraketenwerfer vom Typ Mars II zugesagt.

SPANIEN

Im April lieferte Spanien 200 Tonnen Militärausrüstung an die Ukraine, darunter 30 Lastwagen, mehrere schwere Transportfahrzeuge und zehn Kleinfahrzeuge, die mit militärischem Material beladen waren.

FRANKREICH

Paris schickte Waffen im Wert von mindestens 100 Millionen Euro an die Ukraine, darunter Milan-Panzerabwehrraketen, Mistral-Luftabwehrraketen und Caesar-Haubitzen. Ende April kündigte Präsident Emmanuel Macron weitere Lieferungen an, unter anderen von Milan-Panzerabwehrraketen.

NORDISCHE LÄNDER

Norwegen lieferte rund 100 Flugabwehrraketen vom Typ Mistral sowie etwa 4.000 Panzerabwehrwaffen vom Typ M72. Schweden kündigte die Lieferung von AT-4 Panzerabwehrwaffen und Minenräumgerät an. Finnland sagte Ende Februar 2.500 Sturmgewehre, 150.000 Schuss Munition und 1.500 Raketenwerfer zu. Am 24. März kündigte Helsinki eine weitere Waffenlieferung an. Drei Tage nach Kriegsbeginn versprach Dänemark die Entsendung von 2.700 Raketenwerfern. Im April sagte Regierungschefin Mette Frederiksen weitere 600 Millionen dänische Kronen (80 Millionen Euro) für Waffen zu. Nach Angaben Washingtons plant Dänemark die Lieferung eines Harpoon-Schiffsabwehrraketensystems, das Schiffe bis zu einer Entfernung von 300 Kilometern vor der Küste angreifen kann.

NACHBARLÄNDER DER UKRAINE

Polen lieferte nach eigenen Angaben Waffen im Wert von umgerechnet 1,5 Milliarden Euro, unter anderem Panzer, Panzerabwehrraketen, Mörser, Munition und Drohnen. Die Slowakei stellt militärisches Material im Wert von 153 Millionen Euro zur Verfügung.

BALTISCHE STAATEN

Lettland lieferte unter anderem Munition, Stinger-Flugabwehrraketen, unbemannte Flugzeuge und Drohnen im Wert von mehr als 200 Millionen Euro.

Litauen stellte nach eigenen Angaben Militärhilfe in Höhe von "Dutzenden Millionen Euro" bereit, darunter Stinger-Flugabwehrraketen, Mörser, Gewehre und Munition. Per Crowdfunding brachten die Litauer über fünf Millionen Euro auf, um der Ukraine eine weitere Bayraktar-Drohne zu finanzieren.

Estland lieferte Panzerabwehrraketen, Haubitzen, Panzerabwehrminen, Handfeuerwaffen und anderes Gerät, dessen Wert sich auf 227,5 Millionen Euro summiert.

OSTEUROPA

Slowenien kündigte Ende Februar an, Kalaschnikows und Munition zu liefern. Tschechien leistete Militärhilfe im Wert von 3,5 Milliarden Kronen (141 Millionen Euro) und plant weitere Lieferungen bis zu einer Höhe von 28 Millionen Euro.

BELGIEN, NIEDERLANDE, GRIECHENLAND, ITALIEN

Belgien schickte 5.000 automatische Gewehre und Panzerabwehrwaffen in die Ukraine. Die Niederlande sagten 200 Stinger-Raketen und Haubitzen zu. Athen liefert neben den Panzern Kalaschnikows, Raketenwerfer und Munition. Italien hält seine Waffenlieferungen an die Ukraine geheim.

Quelle: Agenturen