APA - Austria Presse Agentur

Diakonie kritisiert Umgang mit 24-Stunden-Pflegern

20. Mai 2020 · Lesedauer 2 min

Scharfe Kritik am Umgang mit den 24-Stunden-Betreuerinnen in der Coronakrise übt die Diakonie Österreich. Vielen ist der Zugang zum Härtefallfonds immer noch verschlossen, weil der ÖVP-Finanzminister auf ein inländisches Konto beharrt. Und viele derer, die wegen drohenden Notstands trotz Grenzsperren ins Land geholt wurden, müssen Reisekosten oder Quarantäneunterkunft selbst bezahlen.

Scharfe Kritik am Umgang mit den 24-Stunden-Betreuerinnen in der Coronakrise übt die Diakonie Österreich. Vielen ist der Zugang zum Härtefallfonds immer noch verschlossen, weil der ÖVP-Finanzminister auf ein inländisches Konto beharrt. Und viele derer, die wegen drohenden Notstands trotz Grenzsperren ins Land geholt wurden, müssen Reisekosten oder Quarantäneunterkunft selbst bezahlen.

Derzeit werde "einmal mehr deutlich, dass die Konstruktion der 24-Stunden-Betreuung als selbstständige Beschäftigung die Betreuerinnen in prekäre Situationen" am Rand der Ausbeutung bringe. Sie liefen Gefahr, "die größten Opfer in der Coronakrise bringen zu müssen", stellte Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser Mittwoch in einer Aussendung fest - und forderte mit der anstehenden Pflegereform auch "faire und sichere Arbeitsbedingungen" für die 24-Stunden-Pflegerinnen zu schaffen.

Dass Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) darauf besteht, dass Härtefallgeld nur auf österreichische Konten überwiesen wird, ist für den Leiter der 24-Stunden-Betreuung im oberösterreichischen Diakoniewerk, Mathias Kalb, "völlig unverständlich". Schließlich sei auch die "Bleib-da-Prämie" von den Ländern direkt auf die Konten der Betreuer und Betreuerinnen in den Heimatländern überwiesen worden, ebenso die (indexierte) Familienbeihilfe.

"Nicht sehr zuvorkommend" würden in manchen Bundesländern jene rumänischen Pflegerinnen behandelt, für die Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) Korridor-Zugsverbindungen ausverhandelt hat, um sie trotz gesperrter Reiserouten ins Land zu holen, schilderte Flavia Matei, Sprecherin der Organisation DREPT, die rumänische PersonenbetreuerInnen vertritt.

"Viele BetreuerInnen müssen für die Kosten ihrer Reise im Sonderzug selbst aufkommen. Die Reise kostet sie in etwa das Doppelte als üblich. Wenn eine Personenbetreuerin aus einem rumänischen Sonderzug positiv getestet wird und in Quarantäne kommt, muss sie die Unterkunft selbst bezahlen. Das kostet sie dann gleich viel, wie das Monatsgehalt, um das sie dann ja umfällt, weil sie die Arbeit nicht antreten kann", so Matei. Die Diakonie fordert eine bundeseinheitliche Regelung. Keinesfalls dürften diese Zusatzkosten auf die Pflegekräfte abgewälzt werden.

In Österreich sind rund 33.000 Personen auf 24-Stunden-Pflege angewiesen. Rund 60.000 Pflegerinnen und Pfleger betreuen diese Menschen, etwa die Hälfte davon kommt aus Rumänien.

Quelle: Agenturen