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Deutschland knüpft Quarantäne an Neuinfektionen

Mai 15, 2020 · Lesedauer 2 min

Deutschland will künftig nur noch Einreisende in Quarantäne stecken, die aus Ländern mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vorangegangenen sieben Tagen gekommen sind. Dies teilte ein Sprecher des deutschen Innenministeriums am Freitag mit. Im Fall Österreichs wären dies rund 614 Neuinfektionen pro Tag, also mehr als das Zehnfache der aktuellen Neuinfektionszahlen.

Diese Empfehlung soll für Einreisende aus EU- und Schengen-Staaten sowie aus Großbritannien gelten, sagte ein Sprecher des deutschen Innenministeriums. Wegen der Corona-Pandemie galt seit dem 9. April eine Quarantäne-Pflicht für Deutsche und Ausländer, die nach Deutschland einreisen. Sie mussten nach Grenzübertritt direkt zu ihrer Unterkunft fahren und dort 14 Tage in häuslicher Isolation bleiben, um abzuklären, ob sie mit dem Coronavirus infiziert sind.

Ausnahmen von der Quarantäne-Pflicht galten unter anderem für Berufspendler, Saisonarbeiter und Mitarbeiter von Polizei und Gesundheitsbehörden. Mit dem heutigen Freitag werden die Einreisebestimmungen zwischen Deutschland und mehreren Nachbarländern, darunter Österreich, gelockert. Ab 15. Juni soll komplette Reisefreiheit gelten.

Die Grundlinie sei vereinbart, den deutschen Bundesländern stehe es frei, "in Nuancen abzuweichen", sagte der Sprecher. "Die Einzelheiten sind noch ein bisschen im Fluss", fügte er hinzu. Er gehe davon aus, dass sie Anfang der kommenden Woche festgelegt seien. Eine Quarantäneverpflichtung gebe es dann nur noch für die aus Drittstaaten außerhalb des EU- und Schengenraums Einreisenden. Nordrhein-Westfalen hatte zuvor mitgeteilt, die geänderten Quarantäne-Regeln bereits ab Freitag umzusetzen.

Eine Umfrage zeigt, die Mehrheit der Deutschen wünscht sich eine schnelle und vollständige Öffnung der Grenzen innerhalb der Europäischen Union. In der am Freitag veröffentlichten Befragung des ZDF-Politbarometers plädierten 55 Prozent dafür. 41 Prozent sind dagegen. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (51 Prozent) sehen wegen der Corona-Pandemie ihre Urlaubspläne beeinträchtigt. Ein Drittel hat der Umfrage zufolge keine Reisepläne für den Sommer.

Quelle: Agenturen