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Demonstranten im Süden Syriens fordern Assads Rücktritt

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Tausende Menschen haben am Freitag im Süden Syriens gegen die schlechten Lebensbedingungen protestiert und den Rückzug von Präsident Bashar al-Assad gefordert. Die Syrische "Beobachtungsstelle für Menschenrechte" mit Sitz in London sprach von rund 2.000 Demonstranten. "Bashar raus, Syrien frei!", skandierte eine Menschenmenge in der Stadt Suwaida, wie auch auf Videos in den Sozialen Medien zu sehen ist. Zudem versammelten sich Dutzende Menschen in der Provinz Deraa.

Sie trugen die Drei-Sterne-Flagge, das Symbol des syrischen Aufstands. Es waren Plakate zu sehen, auf denen die Rolle des Iran kritisiert wurde. Der Iran gilt als wichtiger Verbündeter Assads. In Deraa hatten 2011 die Proteste gegen Assad ihren Anfang genommen, die später in einem Bürgerkrieg mündeten. Die Regierung kontrolliert inzwischen wieder zwei Drittel des Landes, darunter auch den Süden des Landes um Suwaida.

Bereits seit mehr als zwei Wochen gehen Menschen in der Region um die Stadt Suwaida auf die Straße - auch wegen einer sich zuspitzenden Wirtschaftskrise. "Wir demonstrieren, weil wir dieses Regime satthaben, das sich nur die Taschen mit Geld füllt und die Menschen hungern lässt", sagte eine der Demonstrantinnen der Deutschen Presse-Agentur am Telefon. Der Protest am Freitag soll Aktivisten aus Suwaida zufolge der bisher größte gewesen sein.

Im August war es in Suwaida zu Protesten wegen der Streichung von Treibstoffsubventionen gekommen. Die Heimatprovinz des größten Teils der drusischen Gemeinschaft in Syrien war während des Krieges in Händen der Regierung geblieben und wurde von Gewalt weitgehend verschont. Die drusische Führung ist mit Blick auf die Proteste offenbar gespalten. Einige Scheichs kritisierten die Forderungen der Demonstranten nach einem Rücktritt Assads und erklärten, eine Verbesserung der Lage müsse durch Dialog erreicht werden.

Protest gibt es auch in von der Regierung kontrollierten Regionen, in denen die Beschränkungen strenger sind. So hielten am Donnerstag in der Küstenprovinz Tartus einige Bewohner kleine Postkarten mit der Aufschrift "Syrien gehört uns, nicht der (regierenden) Baath-Partei" hoch, wie aus Fotos hervorgeht, die Aktivisten im Internet posteten. Im Hintergrund war eine große Plakatwand mit Assads Bild zu sehen.

Syrien befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise. Die Währung ist im freien Fall. Zuletzt kostete ein Dollar 15.500 syrische Pfund. Zu Beginn des Konflikts im Land vor zwölf Jahren waren es noch 47 Pfund pro Dollar gewesen. Nach Angaben der Vereinten Nationen leben mittlerweile über 90 Prozent der Syrer unterhalb der Armutsgrenze.

ribbon Zusammenfassung
  • Tausende Menschen haben am Freitag im Süden Syriens gegen die schlechten Lebensbedingungen protestiert und den Rückzug von Präsident Bashar al-Assad gefordert.
  • Die Syrische "Beobachtungsstelle für Menschenrechte" mit Sitz in London sprach von rund 2.000 Demonstranten.
  • Die Regierung kontrolliert inzwischen wieder zwei Drittel des Landes, darunter auch den Süden des Landes um Suwaida.
  • Im Hintergrund war eine große Plakatwand mit Assads Bild zu sehen.

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