Das System Putin in der Klassik: "Viel russisches Geld in den Salzburger Festspielen"

23. März 2022 · Lesedauer 2 min

Operndiva Anna Netrebko unterstützt Russland Machthaber Wladimir Putin weiterhin offen. Doch die Verflechtung russischer Interessen aus Politik und Wirtschaft in die Welt der Hochkultur geht viel weiter, wie Journalist Axel Brüggemann im PULS 24 Interview erklärt.

Das "System Klassik" spielt für das System Putin eine sehr wichtige Rolle, erklärt Journalist Axel Brüggemann im Gespräch mit PULS 24 Anchorwoman Bianca Ambros. "Mit Kultur erreicht man Wirtschaft, mit Kultur erreicht man Politik, mit Kultur erreicht man Lobbyverbände", so Brüggemann. Es stecke zum Beispiel "viel russisches Geld in den Salzburger Festspielen", sagt er.

Russische Investitionen in Salzburg-Produktionen

Seit 2013 gebe es etwa den "Verein der russischen Förderer der Salzburger Festspiele". Diese Oligarchengruppe sei Festspiel-Leiterin Helga Rabl-Stadler vom Bundeskanzler "nahegebracht worden". Dieser Verein fördert direkt Produktionen mit russischen Künstlern und russischen Ensembles. Eine wichtige Person sei dabei der griechisch-russische Dirigent Teodor Currentzis. Dessen Orchester werde unter anderem finanziert von der russischen VTB Bank, deren Vorstandsvorsitzender direkt von Wladimir Putin per Dekret bestimmt wird, erklärt Brüggemann.

Der Intendant der Salzburger Festspiele Markus Hinterhäuser habe bereits ein Bekenntnis von Currentzis verlangt, wie dieser zum System-Putin steht. Dieses Bekenntnis sei noch ausständig. Dennoch würden Produktionen, hinter denen russisches Geld steht, auf der Kippe stehen.

Verbindung zu Putin auch bei Linzer Brucknerhaus

Auch beim Brucknerhaus in Linz gebe es Verbindungen zum System Putin. Dessen ehemaliger Intendant Hans-Joachim Frey habe regelmäßig mit dem "Wirtschaftsfreundeskreis des Brucknerhauses" Reisen nach Russland unternommen.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos