APA - Austria Presse Agentur

Weltärztepräsident kritisiert AstraZeneca-Impfstopp

16. März 2021 · Lesedauer 2 min

Am Montag setzten Deutschland, Italien und Frankreich die Corona-Impfung mit AstraZeneca aus. Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery kritisiert die Entscheidung und warnt vor einem Imageschaden für den Impfstoff.

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery übt Kritik am vorläufigen Stopp von Impfungen mit AstraZeneca. "Dass Menschen Thrombosen und Lungenembolien bekommen, muss nicht unbedingt etwas mit der Impfung zu tun haben", sagte Montgomery dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Nach den ihm bekannten internationalen Studien sei die Thrombose-Häufigkeit in der Placebo-Gruppe und in der Gruppe mit dem Impfstoff etwa gleich gewesen.

Montgomery warnt auch vor einem Image-Schaden für den Impfstoff: "Unter dem Strich ist es leider so, dass dieser eigentlich gute und wirksame Impfstoff durch den Wirbel und die Impf-Aussetzung in vielen Ländern nicht gerade eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung gewinnt".

Die Überprüfung der Vorfälle hält Montgomery aber für richtig. Er betonte, dass die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) AstraZeneca als sicheren Impfstoff einstufe. Trotzdem sei es richtig, dass "die nationalen Behörden die Verdachtsfälle auf schwere Nebenwirkungen prüfen", sagte der Mediziner.

Am Montag hatten Deutschland, Frankreich und Italien die Verimpfung von Astra-Zeneca ausgesetzt. Die Entscheidung  ist eine Reaktion auf eine Reihe von Fällen schwerer Blutgerinnsel nach Impfungen. Österreichs nationales Impfgremium hat empfohlen die Verimpfung von AstraZeneca fortzuführen, bis die Einschätzung der europäischen Arzneimittelbehörde EMA vorliegt. Der EMA-Bericht wird für Dienstag erwartet.

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Quelle: Agenturen / Redaktion / apb