APA - Austria Presse Agentur

Corona: Kurz setzt auf Impfquote statt Lockdown

06. Sept 2021 · Lesedauer 3 min

Am Mittwoch berät die Bundesregierung über eine mögliche Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Für Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sei ein weiterer Lockdown nur die Ultima Ratio. Er könne sich aber eine 1-G-Regel für Geimpfte in der Nachtgastronomie vorstellen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat sich in einem "Talk Spezial" auf ServusTV am Sonntagabend noch nicht auf möglichen Maßnahmen festgelegt. Freiheitseinschränkungen dürften immer nur die Ultima Ratio sein. Bevor es zu einer Überlastung des Gesundheitssystems komme, werde man aber selbstverständlich reagieren. Und dann sei der Zugang klar: "Bevor wir die Nachtgastronomie ganz schließen und keiner hin kann, ist es mir noch lieber, nur Geimpfte dürfen hingehen."

Nach wie vor seien die Vakzine die beste Option für ein normales Leben, meinte Kurz. "Mir ist lieber, wir setzen auf die Impfung als wir schränken unser Leben und unsere Freiheitsrechte ein." Eine Impfquote von 80 Prozent der Gesamtbevölkerung sei der beste Weg, Lockdowns zu verhindern: "Dann würde ich mich als Bundeskanzler trauen zu sagen: Ich kann mir nicht vorstellen, dass noch einmal ein Problem besteht."

Kommt Lockdown für Ungeimpfte?

Mückstein will 1-G-Regel auch bei Après-Ski

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) spricht sich nach der Nachtgastronomie auch für eine 1-G-Regel für Stehpartys wie etwa beim Après-Ski aus. In diesen heiklen Bereichen würden viele Ungeimpfte aufeinandertreffen, so der Minister in der "Krone" (Sonntagausgabe) "Wir müssen die Ungeimpften schützen. Das heißt, dass Ungeimpfte in diese Risikobereiche keinen Zutritt haben sollten. Zu ihrem eigenen Schutz."

Ähnlich äußerte sich Mückstein in "Österreich": Beim Après-Ski könne es leicht zu Übertragungen kommen, "weil viele Menschen auf engem Raum zusammen sind und vielleicht noch singen". Diese Maßnahme habe er neben anderen Vorschlägen wie etwa eine Indoor-Maskenpflicht oder eine Verkürzung der Gültigkeitsdauer von Antigen-Tests dem Koalitionspartner vorgelegt. Die Regierung berät am kommenden Mittwoch mit den Landeshauptleuten über weitere Corona-Maßnahmen.

NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker vermisste in einer Aussendung die Berücksichtigung genesener Personen: "Die Bundesregierung muss aufhören, das zweite G bei ihren sehr konkreten Plänen' für den Herbst zu ignorieren." Als Arzt müsse Mückstein wissen, dass die Immunität Genesener jener von Geimpften um nichts nachstehe. "Statt also immer öfter von 1-G zu fantasieren, müsste die Bundesregierung endlich definieren, welche Antikörpertests anerkannt werden und wo die Schwellenwerte liegen."

Quelle: Agenturen / pea