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Corona-Hilfen für ÖVP-Bauernjugend: Platter sieht "Unfähigkeit" bei Kogler

12. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Nachdem die Landjugend des Bauernbundes Tirol mehr als 800.000 Euro an Corona-Förderungen zurückzahlen muss, weil sie zur ÖVP gehört, wettert Landeshauptmann Günther Platter gegen Vizekanzler Werner Kogler.

Dutzende Teilvereine der Tiroler "Jungbauernschaft/Landjugend" müssen insgesamt über 800.000 Euro Corona-Hilfen zurückzahlen. Sie sind Teilorganisationen der ÖVP und somit eigentlich nicht förderungsberechtigt für den sogenannten Non-Profit-Organisations-Unterstützungsfonds (NPO-Fonds). Das teilte das zuständige Ressort von Vizekanzer Werner Kogler (Grüne) am Montag mit.

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Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) geht auf die Barrikaden und vermeint, den Schuldigen gefunden zu haben: "Es ist geradezu absurd, dass die größte Jugendorganisation unseres Landes jetzt den Preis für die offensichtliche Unfähigkeit der im grünen Vizekanzleramt angesiedelten Förderabwicklungsstelle zahlen soll", lässt er per Presseaussendung wissen.

An der Gemeinnützigkeit der Jungbauernschaft/Landjugend bestehe "überhaupt kein Zweifel", so Platter. "Wenn manche nun mit politischem Kalkül versuchen, der Jungbauernschaft/Landjugend zu schaden, geht das auf Kosten des Ehrenamtes und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt in Tirol", so der Landeshauptmann.

"Wer hat den Fehler gemacht?"

Nach einer erster Prüfung sei das Geld durch das grüne Vizekanzleramt ohne Bedenken ausbezahlt worden, erst nach öffentlicher Kritik an den Auszahlungen aus dem NPO-Fonds kündigte Vizekanzler Kogler im Mai diesen Jahres eine neuerliche Prüfung unter Mithilfe der externen Austria Wirtschaftsservice GmbH an. "Wer hat einen Fehler begangen? Die ehrenamtlichen Jungbauern, die einen Antrag gestellt haben, oder das grüne Vizekanzleramt, das das Geld ohne Wenn und Aber ausbezahlt hat?"

Weitere ÖVP-Vereine geprüft

Neben der Tiroler Bauernjugend wurden auch andere parteinahe Vereine geprüft. Auslöser dafür war der ÖVP-Seniorenbund Oberösterreich, der ebenfalls widerrechtlich Förderungen aus dem NPO-Topf bezog.

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Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos