Milborn: "Absurd", Tests werden für Ungeimpfte gratis, für Geimpfte teurer

16. März 2022 · Lesedauer 3 min

Corona-Tests werden für Ungeimpfte gratis, für Geimpfte teurer. Das Verhalten der Regierung in der Pandemie sei "absurd" und einer Demokratie nicht würdig, kritisiert PULS 24 Infochefin Corinna Milborn. Schwache und Risikopatienten sowie das Gesundheitspersonal würden einfach fallengelassen. Die Entscheidungen seien nicht nachvollziehbar.

Anfang April sollen nur mehr je fünf kostenlose PCR- und fünf kostenlose Antigentests pro Person und Monat ausgegeben werden. Menschen mit Symptomen und Kontaktpersonen haben jederzeit Zugang zu kostenlosen Tests. Als Kontaktperson gilt aber nur, wer ungeimpft ist.

"Es ist wirklich nur noch absurd", kommentiert PULS 24 Infochefin Corinna Milborn. Vor drei Monaten sei Österreich noch im Lockdown für Ungeimpfte gewesen. Es habe geheißen, Tests für Ungeimpfte würden teurer werden und es wurde eine Impfpflicht mit Strafen verkündet. Dabei seien damals die Infektionszahlen viel niedriger gewesen als jetzt. Nun seien 3.000 Corona-Kranke in Spitälern, dazu kämen hohe Personalausfälle und seit Wochen werden Operationen wieder verschoben. "Wir haben tatsächlich ein Systemproblem in den Krankenhäusern, über das jetzt plötzlich niemand mehr sprechen will."

Tests für Ungeimpfte gratis, für Geimpfte teurer

"Anstatt angesichts dieser steigenden Zahlen Maßnahmen beizubehalten oder wieder einzuführen, passiert das Gegenteil. Und anstatt für Ungeimpfte die Tests teurer zu machen und für Geimpfte gratis, passiert jetzt auch das Gegenteil." Wir seien tatsächlich in der Situation, dass, wenn jemand Kontakt zu einem Infizierten habe, der Test für jemanden, der geimpft sei, kostenpflichtig, für Ungeimpfte gratis werde, "bei quasi gleichzeitiger Aufhebung der Impfpflicht".

Eine Strategie sei dabei nicht erkennbar. Das Verhalten sei total gekippt. Von der Sperre von Parks für die Öffentlichkeit am Anfang sei man jetzt bei der totalen Öffnung "zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt bei fast 60.000 Infektionen". Anfangs sei man noch mit 600 Euro bestraft worden, wenn man zu nah bei jemandem auf einer Parkbank gesessen habe.

"Einer Demokratie unwürdig"

Die einzige Erklärung, die sich Milborn vorstellen kann, ist, dass sich die Politik zu sehr vor dem Druck der Maßnahmengegner fürchtet. "Das ist eine wirklich zynische Haltung, die einer Demokratie nicht würdig ist." Der Staat sei es einer Gesellschaft schuldig, die Schwachen zu schützen. "Was wir jetzt machen ist, die Schwachen, die Risikopersonen, die sich infizieren können" zu gefährden - und dazu noch das Krankenhauspersonal.

Habe man eine Risikoperson in der Familie, müsse man die Tests selbst zahlen oder sie gefährden. Das sei der Sinn der Tests gewesen, andere nicht zu gefährden. Nun sei die Haltung wieder: "Jeder ist für sich selbst verantwortlich und Risikopersonen lassen wir fallen".

Rauchs Aussagen "absurd"

Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) habe am Dienstag gesagt, dass er sich nicht vorstellen könne, dass Firmen testen, denn dann müssten sie ja Quarantänen in Kauf nehmen. "Das ist so eine absurde Aussage für einen Gesundheitsminister", kritisiert Milborn. Es seien ja nicht alle symptomlos, viele seien krank und da sei noch nicht einmal von Long Covid die Rede. Daran Erkrankte könnten monatelang schwer oder nicht arbeiten. Firmen testen, um Mitarbeiter und den Fortbestand der Arbeitsfähigkeit zu schützen.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam