Chinas Außenminister kritisiert US-israelischen Angriff
China hatte den Angriff schon zuvor verurteilt, ein Ende der Militäroperationen und Sicherheit in der Straße von Hormuz zum Wohl der Weltwirtschaft gefordert. Wang hatte sich nun bei dem alljährlichen Pressetermin während des Volkskongresses öffentlich dazu geäußert. Dieser bietet Journalisten die seltene Gelegenheit, ihre Fragen an den Minister zu richten.
Ohne die USA zu erwähnen, forderte Wang außerdem, die Souveränität von Ländern in Nahost zu wahren, den Einsatz von Gewalt zu vermeiden, sich nicht in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen und Konflikte dort politisch zu lösen. Revolutionen zu planen und Regimewechsel anzustreben, sei unpopulär, sagte Wang.
Wang, der auch im mächtigen Politbüro der Kommunistischen Partei sitzt, hatte kurz nach dem Angriff der USA mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow, dem iranischen Außenminister Abbas Araqchi und weiteren Chefdiplomaten telefoniert. Für China ist die Lage brisant. Mit dem Iran griffen die USA binnen weniger Wochen nach Venezuela einen weiteren Wirtschaftspartner für Erdöl an. Außer scharfen Verurteilungen auf der diplomatischen Bühne ließ Peking aber bisher keine echten Taten folgen oder sagte dem Iran relevante Unterstützung zu.
Wang warnt vor Missverständnissen mit den USA
Wang Yi warnte vor einem erwarteten Besuch von US-Präsident Donald Trump in der Volksrepublik zudem vor falschen Einschätzungen. Wenn beide Länder nicht miteinander Kontakt hielten, führe dies zu Missverständnissen und Fehleinschätzungen, sagte er. Ein Weg Richtung Konflikt und Konfrontation würde der Welt weiter schaden.
Die Beziehung beider Länder wirke sich global aus, erklärte Wang. "Jetzt müssen beide Seiten gründliche Vorbereitungen treffen, ein günstiges Umfeld schaffen, bestehende Differenzen kontrollieren und unnötige Störungen beseitigen", sagte er.
Trump hatte China-Besuch in Aussicht gestellt
US-Präsident Donald Trump hat einen China-Besuch in Aussicht gestellt, der Berichten zufolge Ende März beginnen könnte. Peking bestätigte dies bisher nicht. Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hatten sich zuletzt Ende Oktober in Südkorea im Vorfeld des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) getroffen und unter anderem eine vorläufige Pause im laufenden Handelsstreit vereinbart.
Allerdings gibt es weiter Streit etwa beim Export seltener Erden aus China oder Computerchips aus den USA. Jüngst wurde spekuliert, ob Peking wegen des US-Angriffs auf den Iran - ein Wirtschaftspartner Chinas - den Besuch verschieben könnte.
Zusammenfassung
- Chinas Außenminister Wang Yi kritisierte am Wochenende in Peking den US-israelischen Angriff auf den Iran und forderte eine Feuerpause sowie das Ende des Krieges.
- Wang warnte vor einer Rückkehr zum "Gesetz des Dschungels", betonte die Wahrung der Souveränität im Nahen Osten und sprach sich gegen gewaltsame Regimewechsel aus.
- Im Vorfeld eines möglichen Besuchs von US-Präsident Trump in China warnte Wang vor Missverständnissen und forderte gründliche Vorbereitungen zur Vermeidung globaler Konflikte.
