Michael Takacs wird neuer Flüchtlingskoordinator

Nehammer bestellt Takacs zum Flüchtlingskoordinator

13. März 2022 · Lesedauer 2 min

Täglich flüchten mehr Menschen vor dem Krieg in der Ukraine, ein Teil davon kommt auch nach Österreich. Privatpersonen, Firmen, Gemeinde und Organisationen stellen Zehntausende Quartiere und Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Zur Koordination wurde vom Bundeskanzleramt Michael Takacs als Flüchtlingskoordinator eingesetzt.

Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) hat am Sonntag wegen des Zustroms Vertriebener aus der Ukraine eine Flüchtlingskoordination im Bundeskanzleramt eingerichtet. Mit der Leitung wurde Michael Takacs betraut, der zuletzt als Kabinettschef-Stellvertreter von VP-Innenminister Gerhard Karner tätig war und bereits von August 2015 bis September 2016 an der Seite von Christian Konrad die einsetzende Flüchtlingskrise koordiniert hatte.

Takacs werde die bestehenden Hilfsangebote koordinieren und den Ministerien, Bundesländern und NGOs zur Seite stehen, wenn es weitere Maßnahmen und Unterstützung braucht, so der Kanzler. Die Stabsstelle werde ihre Arbeit "unverzüglich" aufnehmen

Tausende Österreicher stellen knapp 30.000 Quartiere bereit

Bis dato meldeten über 6.600 Personen, Firmen, Gemeinden und soziale Organisationen über 29.500 kostenlose Quartiere und Übernachtungsmöglichkeiten. Zudem wurden mittlerweile vier Bundesbetreuungseinrichtungen für Vertriebene aus der Ukraine eingerichtet, wie die für die Flüchtlingsbetreuung zuständige Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen (BBU) in einer ersten Bilanz am Sonntag mitteilte.

Täglich finden rund 400 bis 500 ukrainische Flüchtlinge in diesen Quartieren eine Unterkunft. Die BBU richtete eine ukrainisch- und russischsprachige Hotline für Vertriebene ein. Das Team wurde von anfangs sechs auf inzwischen 28 muttersprachliche Mitarbeiter aufgestockt. Die Hotline ist 24 Stunden lang, sieben Tage in der Woche unter +43 1 2676 870 9460 erreichbar. Bis dato habe man 15.000 Beratungsgespräche absolviert.

So funktioniert die Unterbringung

Die Ankunftszentren der Bundesländer, insbesondere das hauptbetroffene in Wien, melden der BBU jeden Tag die Anzahl der Personen, die sie nicht selbst unterbringen können. Die BBU-Koordinierungsstelle findet daraufhin die nötigen Kapazitäten entweder in den eigenen Bundesbetreuungseinrichtungen oder in anderen Bundesländern und organisiert mit dem Bundesheer den Transport via Bus.

Darüber hinaus werden laufend Vertriebene aus den Bundesbetreuungseinrichtungen in Landesquartiere überstellt, damit die kurzfristigen Unterbringungskapazitäten der BBU gewährleistet bleiben, hieß es. Auf diesem Wege konnte die BBU bereits tausende Personen von Wien in andere Bundesländer überstellen. Konkrete Zahlen wurden nicht genannt.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam