APA - Austria Presse Agentur

Britischer Premier Johnson hat heimlich geheiratet

29. Mai 2021 · Lesedauer 4 min

Der britische Premierminister Boris Johnson (56) hat am Samstag seine Verlobte Carrie Symonds (33) in einer geheim gehaltenen Zeremonie mit nur 30 Gästen geheiratet.

Der britische Premier Boris Johnson (56) seine Verlobte Carrie Symonds (33) sind verheiratet. Ein Regierungssprecher bestätigte am Sonntag, was mehrere britische Zeitungen bereits am Samstagabend berichtet hatten: "Der Premierminister und Carrie Symonds wurden gestern Nachmittag in einer kleinen Zeremonie in der Westminster Cathedral vermählt." Die Kirche sei für die halbstündige Zeremonie komplett abgeriegelt worden. Die rund 30 Gäste sollen erst kurz zuvor informiert worden sein.  

Geplant gewesen wäre die Hochzeit schon 2020, wegen Cor0na musste der Termin jedoch verschoben werden. Auch am Samstag machten sich die Pandemie-Restriktionen bei der kleinen Gästezahl bemerkbar. Eine größere Feier ist jedoch noch in Planung. Das Paar soll seine Hochzeit im nächsten Sommer mit Familie und Freunden feiern. Angeblich haben die beiden bereits "Save-the-Date"-Karten für den 30. Juli 2022 verschickt.

3. Ehe für Johnson

Erst im Februar 2020 hatte sich Johnson von der Anwältin Marina Wheeler scheiden lassen, mit der er vier Kinder hat. Für ihn ist es nun die dritte Ehe - für Symonds, ehemalige Pressesprecherin von Johnsons Konservativer Partei, die erste.

Die 33-jährige Symonds habe ein weißes Kleid getragen, aber keinen Schleier, wusste die "Sun" zu berichten. "Sie kam den Kirchengang hinunter, und er konnte die Augen nicht von ihr nehmen", zitierte der "Telegraph" einen Mitarbeiter der Kirche. Und die "Mail on Sunday" ließ wissen, der gemeinsame einjährige Sohn Wilfred sei dabei gewesen. Der Priester, der den Buben taufte, hielt auch die Trauungszeremonie ab. 

Die offizielle Bestätigung der Eheschließung ließ bis zum Sonntag früh auf sich warten. Ein Mitarbeiter von Johnsons Amtssitz sagte noch am Vorabend zu PA: "Mir wurde gesagt, dass ich auf keinen Fall kommentieren darf." Bei Twitter preschten einige Gratulantinnen vor - zwei Ministerinnen sowie die scheidende nordirische Regierungschefin Arlene Foster richteten am Samstagabend ihre Glückwünsche aus.   

Kirche geräumt

Erstaunlich ist, dass es in Sozialen Netzwerken keine Fotos gibt, die auf eine Hochzeit hinweisen. Dabei liegt die katholische Kathedrale, in der bereits Wilfred getauft wurde, im Herzen Londons. Das Gotteshaus wurde den Berichten zufolge am Samstagmittag plötzlich geschlossen, Besucher wurden hinausgebeten. Um 14.00 Uhr Ortszeit (15.00 MESZ) sei dann Symonds in einer Limousine vorgefahren worden, berichtete die "Sun".

"Große Geheimhaltung"

Aber auch hier: Keine Bilder. Dabei sind viele Restriktionen mittlerweile aufgehoben, bis zu 30 Menschen dürfen sich gemeinsam im Freien treffen. Es war also eine perfekt geplante und durchgeführte Geheimoperation. Dazu passt, dass angeblich nicht einmal ranghohe Mitarbeiter informiert waren. "Das Ganze wurde unter großer Geheimhaltung durchgeführt und sorgfältig geplant", zitierte die "Sun" eine "Quelle, die Carrie nahesteht". "Es war ihr alleiniges Geheimnis, und das hat den Tag so besonders gemacht." 

Johnsons Vater soll einer der wenigen Gäste gewesen sein. PA meldete, Stanley Johnson sei am Samstagabend gesehen worden, wie er die Downing Street verließ. Die große Party könnte in Chequers steigen, dem Landsitz der britischen Premierminister, spekulieren Medien.

Erste Premierminister-Hochzeit seit 200 Jahren

Es ist das erste Mal seit knapp 200 Jahren, dass ein amtierender Premierminister heiratet: Robert Jenkinson ehelichte Mary Chester 1822. Johnson und Symonds sind zudem das erste unverheiratete Paar in der Downing Street. Ihr Einfluss auf den Premier gilt als groß. So soll es Symonds gewesen sein, die maßgeblich den Abschied des einstigen Top-Beraters Dominic Cummings betrieb.

Für den Premier ist die Hochzeit der Schlusspunkt unter eine turbulente Woche. Zwar ist er in der Bevölkerung dank des Erfolgs der Corona-Impfkampagne äußerst beliebt. Politisch steht Johnson aber unter Druck. Cummings hat ihm Versagen beim Krisenmanagement in der Corona-Pandemie vorgeworfen, ein Bericht nennt frühere Aussagen Johnsons über Burka-Trägerinnen als Beleg für anti-muslimische Haltungen in seiner Partei. Und ein unabhängiger Berater rügt den Premier, er habe "unklug" gehandelt, als er sich nicht darum kümmerte, wie der Umbau seiner Dienstwohnung finanziert wird.

Hochzeit als Ablenkung? 

Schon wirft die oppositionelle Labour-Partei Johnson vor, er wolle mit der plötzlichen Hochzeit von den Vorwürfen ablenken. Die Abgeordnete Tonia Antoniazzi riet ihm, die Hochzeitsfeier auf Chequers lieber rasch durchzuziehen: "Jeder weiß, dass er nicht mehr in der Lage sein wird, eine Feier in Chequers zu planen, weil er nächstes Jahr nicht mehr Premierminister sein wird."

Quelle: Agenturen