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Brennpunktschulen kämpfen mit Personalmangel und Ausstattung

06. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Brennpunktschulen sehen den Personalmangel, ihre Ausstattung sowie die Zusammensetzung ihrer Schülerschaft als die größten Herausforderungen an ihren Einrichtungen. Demgegenüber nannten sie als Stärken am häufigsten die Schulkultur, die Unterrichtsgestaltung sowie die Kooperation mit den Kolleginnen und Kollegen, zeigt ein Bericht über das Projekt "100 Schulen - 1000 Chancen", mit dem ausgewählte 100 Volks- und Mittelschulen Zusatzressourcen bekommen.

Die Initiative war im Regierungsprogramm vereinbart worden. Die Schulen konnten seit Beginn des Schuljahrs einmelden, was konkret sie brauchen. Innerhalb von drei Semestern erhalten sie nun 15 Mio. Euro.

Teil des Projekts war aber auch die Erhebung einer Ist-Stand-Analyse. Als häufigste Herausforderungen nannten die "Schulen in herausfordernder Lage" (das Wort Brennpunktschule wird vermieden, Anm.) fast gleichauf den Mangel an Personalressourcen (68 Prozent), die Ausstattung (64 Prozent) und die Zusammensetzung der Schülerschaft (64 Prozent). Beim Personal werden dabei vor allem Lehrerinnen und Lehrer vermisst, gefolgt von pädagogischem und therapeutischem Stützpersonal (z.B. für Sozialarbeit oder Schulpsychologie) gibt. Eher selten genannt wurde fehlendes administratives Personal.

Ausstattungsmäßig wurde vor allem der Zustand des Schulgebäudes bemängelt, seltener die Zurverfügungstellung digitaler Geräte bzw. generell von finanziellen Mitteln. Relativ gleichmäßig verteilten sich die Antworten bei den Herausforderungen durch die Zusammensetzung der Schülerschaft - etwa durch Kinder mit nichtdeutscher Erstsprache, aus sozioökonomisch benachteiligten Familien, mit Migrationshintergrund, mit niedrigen oder sehr heterogenen Ausgangsleistungen bzw. Kinder mit psychischen Belastungen, Verhaltensauffälligkeiten oder Disziplinproblemen.

Unterstützungsbedarf meldeten die Projektschulen am häufigsten in den Bereichen personelle Ressourcen (85 Prozent), Ausstattung (64 Prozent) und Unterrichtsgestaltung an. Etwas überraschend deckt sich dies aber nicht mit den tatsächlich von ihnen im Rahmen des Projekts beantragten Mitteln. Nur 32 Prozent bezogen sich dabei auf die personelle Ausstattung, primär wurden Sachmittel beantragt.

Die Autoren des Berichts vermuten, dass dies durch mehrere Faktoren bedingt ist: So dürfte etwa der derzeit herrschende Lehrermangel eingepreist worden sein - deshalb wären Schulleitungen auf Ressourcen umgeschwenkt, die im Projektzeitraum sicher verfügbar sind. Außerdem könnten Sachmittel längerfristig an der Schule bleiben, während die Personalressourcen nur für die drei Semester gesichert sind. Beantragt wurden auch externe Expertinnen und Experten bzw. Dienstleistungen, die in der Kostenrechnung aber als Sachmittel dargestellt werden.

(S E R V I C E - Projektbericht: http://go.apa.at/isOdHLX4)

Quelle: Agenturen