APA/HELMUT FOHRINGER

BP-Wahl: Wo Rosenkranz die absolute Mehrheit hat

10. Okt. 2022 · Lesedauer 3 min

Alexander Van der Bellen erreichte wenig überraschend in "seinem" Kaunertal fast 90 Prozent. Nur wenige Kilometer weiter fuhr FPÖ-Kandidat Rosenkranz die Absolute ein. PULS 24 hat sich angeschaut, wo die einzelnen Kandidaten ihr Spitzenergebnis erzielten und fand heraus: Die Tiroler sind die Wähler der Extreme.

88,28 Prozent aller Stimmen und damit sein bestes Ergebnis in Österreich fuhr Amtsinhaber Alexander Van der Bellen in seiner Tiroler Heimatgemeinde Kaunertal ein. Bilder aus der Umgebung zierten auch Van der Bellens Plakate.

Ergebnis nach Gemeinden Bundespräsidentschaftswahl Wahl 2022

Rosenkranz-Absolute im höchstgelegenen Ort Österreichs

Nur knapp über 30 Kilometer entfernt schaut die Welt ganz anders aus. Dort stimmten gerade einmal 24,44 Prozent der Einwohner für den Präsidenten. Noch immer handelt es sich um Tirol, doch in der Gemeinde Spiss ticken die Wähler:innen anders. FPÖ-Kandidat Walter Rosenkranz hätte, geht es nach den Spissern, die Absolute eingefahren. 43,33 Prozent der Wahlberechtigten sprachen dem Blauen ihr Vertrauen aus. Der Ort mit 100 Einwohnern ist nicht nur der höchstgelegene in Österreich, er erlangte auch dadurch Bekanntschaft, dass er die niedrigste Corona-Durchimpfungsrate Österreichs aufweist. 

Impfgegner-Partei-Kandidat Michael Brunner von der MFG gelangen in Spiss jedoch "nur" 4,44 Prozent (Landesschnitt: 2,1). Er fuhr sein höchstes Wahlergebnis allerdings auch in Tirol ein. Im Luftlinie rund 40 Kilometer entfernten Hinterhornbach stimmten 9,68 Prozent für ihn und damit fast viermal soviel wie im Österreich-Schnitt. 

Dass Tirol das Bundesland der Extreme ist, zeigt auch das Ergebnis von Unternehmer Heinrich Staudinger. Das Schlusslicht in der österreichischen Wählergunst fuhr österreichweit nur 1,6 Prozent der Wählerstimmen ein. Im Tiroler Untertilliach waren es allerdings 8,57 Prozent. 

Burgenland: Die meisten Krone-Leser, die meisten Wallentin-Wähler

Krone-Kommentator Tassilo Wallentin, der bis die Briefwahlstimmen ausgezählt sind noch geringe Chancen hat, der Drittplatzierte zu werden, punktete im Südburgenländischen Badersdorf. Im Bundesland, wo die "Krone" die höchsten Reichweite hat, gelangen Wallentin 25,16 Prozent (Gesamtösterreich: 8,2). 

Wlazny: Zwischen 0 und 17,14 Prozent

Ebenfalls nach Chancen auf den dritten Platz hat Bierpartie-Kandidat Dominik Wlazny. Und dass, obwohl sein höchster Prozentwert nur bei 17,14 Prozent liegt. Die fuhr er in Seefeld-Kadolz ein. Der Ort liegt in Niederösterreich, direkt an der tschechischen Grenze. In seinem stimmenstärksten Bezirk in der Bundeshauptstadt Wien, Simmering, gelangen ihm zum Vergleich "nur" 14,18 Prozent, österreichweit 8,3. Im Tiroler Namlos bekam der Kandidat übrigens keine einzige Stimme. 

Knapp höher als Wallentins bestes Ergebnis liegt Gerald Grosz im steirischen Sankt Andrä-Höch bei 25,32 Prozent.

Die Wahlhochburgen der Kandidaten: 

  • Alexander Van der Bellen: Kaunertal (Tirol) 88,28 Prozent
  • Walter Rosenkranz: Spiss (Tirol) 53,33 Prozent
  • Tassilo Wallentin: Badersdorf (Burgenland) 25,16 Prozent
  • Gerald Grosz: Sankt Andrä-Höch (Steiermark) 25,32 Prozent
  • Dominik Wlazny: Seefeld-Kadolz (Niederösterreich) 17,14 Prozent
  • Heinrich Staudinger: Untertilliach (Tirol) 8,57 Prozent
  • Michael Brunner: Hinterhornbach (Tirol)  9,68 Prozent
Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam