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Böller und Krieg: Lambrecht-Video wird zum Bumerang

02. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Für die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht beginnt das neue Jahr mit einem Shitstorm in den sozialen Medien. Ihre Videobotschaft, untermalt vom Berliner Silvester-Feuerwerk, empfinden angesichts des Ukraine-Kriegs viele Nutzer als unpassend.

Die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) irritiert ihre Follower mit einem unglücklichen Video aus der Silvesternacht. Die Ministerin spricht darin im nächtlichen Berlin unter freiem Himmel, während Silvesterraketen pfeifen und Böller explodieren. Lambrecht hatte das Video auf ihrem Instagram-Profil hochgeladen.

ORF-Moderator Armin Wolf schrieb auf Twitter etwa, dass man nur hoffen könne, Lambrecht sei "in militärischen Fragen besser beraten als im Umgang mit Social Media". Der "Spiegel"-Journalist Felix Dachsel spottete, es wirke, "als bettele Lambrecht um ihre Entlassung". In der deutschen Politik ließ der Auftritt Lambrechts ebenfalls die Wogen hochgehen: Die CDU schoss sich am Sonntag heftig auf Lambrecht ein und warf ihr bei dem Video angesichts des Ukraine-Krieges fehlendes Gespür vor.

Angeschlagen

In dem Video sagte die SPD-Ministerin unter anderem, das Jahr 2022 habe die Deutschen "vor unglaubliche Herausforderungen gestellt, mitten in Europa tobt ein Krieg". Für sie habe das Jahr aber auch "viele Begegnungen mit tollen und interessanten Menschen" gebracht. Lambrecht bedankte sich bei den deutschen Soldaten, Polizisten und Krankenhausmitarbeitern, die am 31. Dezember arbeiten müssten. Aufgrund des Silvesterlärms in der deutschen Hauptstadt waren Teile ihrer Ansprache aber kaum zu verstehen.

Lambrecht wird in Deutschland wegen ihres Agierens im Angesicht des Ukraine-Krieges immer wieder scharf kritisiert - nicht nur von der Opposition. Im Dezember hatte auch die Europa-Abgeordnete Viola von Cramon von den Grünen Lambrechts Rücktritt gefordert. In Berlin regieren SPD, Grüne und FDP in einer Ampel-Koalition. Von Cramon rügte Lambrechts Vorgehen in der Debatte um deutsche Patriot-Flugabwehrsysteme für das Nachbarland Polen und bezeichnete die Ministerin als "in jeder Hinsicht peinlich".

Quelle: Redaktion / kap