APA - Austria Presse Agentur

Blümel wird am Freitag von WKStA einvernommen

24. Feb 2021 · Lesedauer 3 min

Finanzminister Gernot Blümel wird am Freitag von der WKStA einvernommen. Dabei dürfte es auch um neu aufgetauchte Details um Blümels Handy gehen.

Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) wird nach Hausdurchsuchung vom 11. Februar am kommenden Freitag von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft einvernommen. Blümel bestätigte der "APA" am Mittwoch einen entsprechenden Bericht des "Kurier". "Ich bin froh, dass ich bereits am Freitag die Gelegenheit habe, die falschen Vorwürfe auszuräumen", so Blümel in einem schriftlichen Statement. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Blümel wegen des Verdachts der Bestechlichkeit.

Hatte Blümel ein zweites Handy?

Ein Thema bei der Einvernahme dürfte auch Blümels Handy werden. Der "Falter" berichtete am Mittwoch, dass die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft bei der Hausdurchsuchung ein zweites Handy Blümels gesucht hat. Die Ermittler fanden auf dem sichergestellten Mobiltelefon von ÖBAG-Chef Thomas Schmid, der in den Ermittlungen um die Postenschacher-Affäre in den Casinos Austria als Beschuldigter geführt wird, über 1.500 Nachrichten zwischen Blümel und Schmid. Blümel dürfte dabei nicht sein Diensthandy verwendet haben, wie der "Falter" unter Berufung auf einen Aktenvermerk berichtet.

Hintergründe

In der Causa geht es um Ermittlungen der WKStA gegen Blümel und den früheren Novomatic-Chef Harald Neumann. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft vermutet illegale Parteienfinanzierung durch den Glücksspielkonzern Novomatic. Blümel, ÖVP und Neumann weisen die Vorwürfe zurück. 

Das Außenministerium erklärte unterdessen am Mittwoch in einer Aussendung, dass es im Jahr 2017 keine Hilfe für die Firma Novomatic in Italien geleistet habe. Grund für diese nun erfolgte Klarstellung ist der Auslöser für die Ermittlungen gegen den Finanzminister, nämlich eine SMS von Ex-Novomatic-Chef Neumann an Blümel im Juli 2017. Darin bat ihn Neumann um einen Termin beim damaligen Außenminister Sebastian Kurz, um über eine Spende und "eines Problems, das wir in Italien haben", zu sprechen.

Nach dem SMS von Neumann an Blümel hatte Blümel dann in weiterer Folge den Generalsekretär des Finanzministeriums und nunmehrigen Chef der Staatsholding ÖBAG, Thomas Schmid, um einen Rückruf bei Neumann gebeten - mit dem Hinweis "Tu es für mich". Er, Blümel habe jedenfalls nur ersucht, dass sich eine österreichische Behörde bei einem österreichischen Unternehmen "zurückruft" und habe dafür sicher nie irgendwelche Vorteile erwartet oder verlangt, betonte der Minister letzte Woche.

Außenministerium intervenierte nicht für Novomatic 

"Aufgrund der medial bekannten Vorwürfe startete das Außenministerium eine eingehende Recherche im Aktenbestand, ob es 2017 zu allfälligen Hilfeleistungen oder Unterstützung für die Firma Novomatic in Italien gekommen ist", hieß es nun aus dem Ministerium. Durch diese "umfassende Überprüfung" habe festgestellt werden können, dass es "keinerlei Indiz" dafür gebe, dass die Firma Novomatic an das Außenministerium oder an eine österreichische Vertretungsbehörde in Italien herangetreten sei. "Somit gab es auch keine wie immer geartete Hilfeleistung oder Unterstützung des Außenministeriums oder seiner Vertretungsbehörden für Novomatic in Italien."

Quelle: Agenturen / Redaktion / apb