Bischof Lackner traf Kickl
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz hatte den Freiheitlichen nach deren Parteitag vorgeworfen, Religion parteipolitisch zu vereinnahmen und zu instrumentalisieren. Kickl lud daraufhin Lackner zu einem Gespräch ein und verwies darauf, dass er mit diesem schon kritisch das Verhalten der Kirchenführung in den Corona-Jahren besprochen habe. Schließlich meinte er auch noch zu einem künftigen Treffen: "Dann werden wir wieder mal ein Hendl miteinander rupfen." Im Gegenzug lud Lackner den FPÖ-Chef "herzlich" zu sich ein.
Nach dem heutigen Treffen sprachen nun beide Seiten gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress von einem "konstruktiven Austausch in respektvoller Haltung". Im Zentrum des Gesprächs standen demnach Fragen rund um das Verhältnis von Politik und Religion sowie um den Zusammenhalt in der Gesellschaft angesichts multipler Krisen.
Die Begegnung mit der größten Parlamentsfraktion war der Auftakt zu mehreren Parteiengesprächen, die in dieser Gesetzgebungsperiode auch mit den anderen Fraktionen vorgesehen sind. Ziel dieses Austausches ist das wechselseitige Kennenlernen der Verantwortungsträger. Im Vordergrund steht dabei ein grundsätzlicher Austausch über Themen, die für Kirche, Politik und Gesellschaft gleichermaßen relevant sind.
Die Bischofskonferenz war neben Erzbischof Lackner durch seinen Stellvertreter, den Linzer Bischof Manfred Scheuer, sowie durch den Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl und Generalsekretär Peter Schipka vertreten. Auch der Präsident des Katholischen Laienrats, Wolfgang Mazal, nahm am Gespräch teil. Die FPÖ war außerdem durch ihren stellvertretenden Bundesparteiobmann Udo Landbauer, die beiden Generalsekretäre Michael Schnedlitz und Christian Hafenecker sowie durch Klubobmann-Stellvertreterin Susanne Fürst und Nationalrat Christian Schandor repräsentiert.
Zusammenfassung
- Am Donnerstag trafen sich Vertreter der Bischofskonferenz und der FPÖ im Rahmen einer seit mehreren Jahren laufenden Gesprächsreihe zu einem Spitzengespräch.
- Im Mittelpunkt des Treffens standen Fragen zum Verhältnis von Politik und Religion sowie der gesellschaftliche Zusammenhalt, wobei beide Seiten von einem 'konstruktiven Austausch in respektvoller Haltung' sprachen.
- Die Bischofskonferenz war mit vier Bischöfen und dem Präsidenten des Katholischen Laienrats vertreten, die FPÖ entsandte sechs hochrangige Parteimitglieder, darunter Herbert Kickl.
