AFP

"Beziehungen zu Iran beenden" - Khamenei-Nichte fordert zu Isolierung des Iran auf

28. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

In einem im Internet veröffentlichten Video fordert Farideh Moradkhani "gewissenhafte Menschen auf der ganzen Welt" dazu auf, die iranischen Demonstranten zu unterstützen.

In einem kürzlich veröffentlichten Video kritisierte Farideh Moradkhani, die Nichte des iranischen geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ali Khamenei, die mangelnde internationale Reaktion auf die Niederschlagung der derzeitigen Proteste im Iran. Das berichtet "Politico".

"Kinder-tötendes Regime"

Sie bezeichnete sie die iranische Führung als "mörderisches und Kinder-tötendes Regime" und  forderte die Menschen dazu auf, Druck auf die ihre Regierungen auszuüben, damit diese die Beziehungen zu Teheran beenden. Die gegen Teheran verhängten Sanktionen nannte sie "lächerlich" und beklagte, die Iraner würden in ihrem Kampf für Freiheit "alleine" gelassen.

Nicht mit Worten, sondern mit Taten reagieren

"Ich bitte die gewissenhaften Menschen in der Welt, uns beizustehen und ihre Regierungen aufzufordern, nicht mit leeren Worten und Slogans zu reagieren, sondern mit wirklichen Taten und jegliche Geschäfte mit diesem Regime einzustellen", so Moradkhani in ihrer Videoerklärung.

Am 23. November verhaftet

Das Video soll ihr in Frankreich lebender Bruder veröffentlicht haben, nachdem Moradkhani am 23. November offenbar wegen ihrer scharfen Kritik an der Führung in Teheran verhaftet wurde.

Moradkhani ist die Tochter von Khameneis Schwester Badri, die sich in den 80er Jahren mit ihrer Familie überwarf und in den Irak floh. Sie ist jahrelange Aktivistin und hat sich einen Namen als Gegnerin der Todesstrafe gemacht hat. Moradkhani saß bereits mehrfach im Iran im Gefängnis.

Protestwelle seit Mitte September

Der Iran wird seit Mitte September von einer landesweiten Protestwelle erschüttert. Auslöser war der Tod der 22-jährigen Kurdin Mahsa Amini im Polizeigewahrsam - sie war von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie ihr Kopftuch nicht ordnungsgemäß getragen haben soll. Die Behörden gehen mit zunehmender Härte gegen die Demonstrierenden vor. NGOs berichteten kürzlich von 445 getöteten Demonstranten, 18.000 sollen verhaftet worden sein.

Quelle: Agenturen / ddj