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Baltenstaaten: EU muss gegen Geschichtsumdeutung vorgehen

22. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben zusammen mit Polen und Rumänien die EU dazu aufgerufen, russischen Umdeutungen und Verzerrungen der Geschichte stärker entgegenzutreten. In einem gemeinsamen Schreiben, das am Freitag veröffentlicht wurde, forderten die fünf mittelosteuropäischen Länder die EU-Organe zudem auf, eine Führungsrolle bei der Bewahrung des historischen Gedächtnisses zu übernehmen und die Manipulation von Fakten zu verhindern.

"Russland hat die Verbrechen der Sowjets nie verurteilt, und seine derzeitige Führung toleriert und unterstützt sogar begeistert das sowjetische Erbe. Es ist notwendig, die Bemühungen auf EU-Ebene zu verstärken, um die Versuche Russlands zu bekämpfen, die Geschichte umzuschreiben und die Narrative totalitärer Regime im Zusammenhang mit dem Krieg gegen die Ukraine zu verwenden", hieß es in dem Brief. Eingesetzt werden dazu sollten "rechtliche, politische und bewusstseinsbildende Instrumente."

Anders als die Gräueltaten der Nationalsozialisten müssten die Erinnerung und das Wissen um sowjetische Verbrechen erst noch ihren Platz im Bewusstsein der Europäer finden. "Ohne eine genaue, ehrliche und umfassende Bewertung der Vergangenheit werden wir nicht in der Lage sein, zukünftige Verbrechen auf unserem Kontinent wirksam zu verhindern oder die aktuellen in der Ukraine zu untersuchen", hieß es in dem Schreiben der fünf Staats- und Regierungschefs weiter.

Russland hatte vor knapp fünf Monaten einen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen und ihn unter anderem mit dem Ziel einer angeblichen "Entnazifizierung" des Nachbarlandes begründet. Moskau behauptet fälschlicherweise immer wieder, dass die ukrainische Führung von Nazis beherrscht werde.

Estland, Lettland und Litauen waren im Zweiten Weltkrieg abwechselnd von der Sowjetunion und Deutschland besetzt. Nach Kriegsende blieben die drei Baltenstaaten bis 1991 unfreiwillig Teil der Sowjetunion.

Quelle: Agenturen