Babler: Niemand wählt SPÖ, weil andere schlechter performen

30. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Andreas Babler, SPÖ-Bürgermeister in Traiskirchen, verlangt, dass die Sozialdemokratie sich auf ihre Werte besinnt und Alternativen zum radikalökonomischen Umbau der Regierung und vor allem der ÖVP bietet. Man würde nicht gewählt werden, nur weil andere schlechter performen.

Vor einem Jahr kritisierte Andreas Babler, SPÖ-Bürgermeister in Traiskirchen, die Performance der SPÖ als "desaströs". Im Pandemiejahr sei es nicht einfacher geworden, attestierte er im Newsroom LIVE mit Anchorwoman Sabine Loho. Man habe jetzt eine Riesenchance, sich zu überlegen, wie die Gesellschaft nach der Pandemie ausschauen könne. Zu diesem Thema komme von der Sozialdemokratie noch viel zu wenig.

"Nicht immer so wichtig nehmen"

Die soziale Lage habe sich verschärft. Es herrsche große Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, vor Long-Covid und Folgeschäden. "Man soll sich nicht immer so wichtig nehmen als Sozialdemokratie und glauben, dass die Menschen sich sehr stark mit parteiinternen Fragestellungen beschäftigen", so der Traiskirchner Bürgermeister. Ihm gehe es darum, die SPÖ als moderne, zukunftsorientierte Alternative darzustellen. 

Wirtschafts-Interessenverbände geben Richtung vor

Die Umfragedaten seien nicht zufriedenstellend, wenn man sich de facto nicht viel vom Fleck bewege bei so einer desaströsen Performance der Regierung und vor allem der ÖVP, so Babler weiter. Er habe selten erlebt, dass Skandale in "so einer Dichtheit auf uns hereinprasseln". Babler beklagt einen radikalökonomischen Umbau. Große Interessenverbände der Wirtschaft, die Kapitaleigentümer sind, würden die Richtung in der Politik vorgeben und vieles bekommen. Die kleineren Geschäftstreibenden sowie Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen würden hingegen nicht im Fokus der Regierungspolitik stehen. 

Man werde nicht gewählt, wenn man als SPÖ "nicht ganz so schlimm" sei. Man werde gewählt, wenn man eine positive Weichenstellung für die Gesellschaft von morgen bieten könne. "Die Menschen machen die Regeln und wenn man diesen Ansatz ernst nimmt, machen die politischen Parteien die Regeln." Das sei ein ganz radikaler Bruch mit dem, was die Sozialdemokratie im Moment geworden sei. 

Man müsse als Sozialdemokratie aus eigenen Alternativen wieder Stärke gewinnen und nicht, weil andere Parteien schlecht performen. Dafür würde es sich auszahlen "zu raufen". "Dann werden wir wieder gewinnen", prognostiziert der 48-Jährige.  

Quelle: Redaktion / lam