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Auseinandersetzung im Südsudan: Inzwischen 127 Tote

12. Aug 2020 · Lesedauer 2 min

Nach einer Auseinandersetzung zwischen Soldaten und Zivilisten im Südsudan ist die Zahl der Toten auf 127 gestiegen. Bei den Kämpfen in Tonj East im Zentrum des Landes seien 82 Zivilisten und 45 Soldaten getötet worden, teilte Militärsprecher Lul Ruai Koang am Mittwoch mit. Zuvor hatten die Vereinten Nationen von mindestens 70 Toten gesprochen.

Nach einer Auseinandersetzung zwischen Soldaten und Zivilisten im Südsudan ist die Zahl der Toten auf 127 gestiegen. Bei den Kämpfen in Tonj East im Zentrum des Landes seien 82 Zivilisten und 45 Soldaten getötet worden, teilte Militärsprecher Lul Ruai Koang am Mittwoch mit. Zuvor hatten die Vereinten Nationen von mindestens 70 Toten gesprochen.

Hintergrund war ein Streit über die in einem Friedensabkommen vorgesehene Entwaffnung von Zivilisten. Soldaten hatten nach Behördenangaben am Sonntag Zivilisten in Tonj East aufgefordert, ihre Schusswaffen abzugeben, daraufhin kam es zu einem Streit. Am Tag darauf griffen demnach bewaffnete Zivilisten eine Militärbasis im nahe gelegenen Romic an. Eine UNO-Patrouille wurde nach Angaben eines UNO-Sprechers in das betroffene Gebiet geschickt.

2013 brach in dem ölreichen Land in Ostafrika ein Bürgerkrieg zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar aus. Mit einem Abkommen von 2018 sollte der Konflikt beigelegt werden und Anfang des Jahres wurde eine Übergangsregierung gebildet. Trotzdem kommt es immer wieder zu Kämpfen.

Auch im Sudan ist es zu gewalttätigen Zusammenstößen gekommen: Nach weiterer Gewalt im Osten des Landes stieg die Zahl der Toten auf 25. Bei den Zusammenstößen zwischen Mitgliedern von Bevölkerungsgruppen in Port Sudan seien zudem insgesamt 87 Menschen verletzt worden, teilte ein Ärzteverband am Mittwoch mit. Die Kämpfe brachen am Sonntag in der Hafenstadt Port Sudan aus, die an dem für den internationalen Handel wichtigen Roten Meer liegt. Wegen der Gewalt wurde in der Stadt, die zu den größten des Landes gehört, ab Mittwoch eine komplette Ausgangssperre verhängt.

Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen gibt es schon lange, sie flammen immer wieder auf. Unter Präsident Omar al-Bashir, der das Land im Nordosten Afrikas 30 Jahre lang autokratisch regiert hatte, wurden die Konflikte oft mit Gewalt unterdrückt. Zudem wird Bashirs Regierung vorgeworfen, bestimmte Gruppen unterstützt und diese mit Waffen versorgt zu haben.

Quelle: Agenturen