Ugandas Wahlkommission verkündet Wiederwahl von Museveni
Wine hatte Musevenis Regierung nach der Wahl unter anderem beschuldigt, gefälschte Stimmzettel in Wahlurnen gestopft zu haben. Afrikanische Wahlbeobachter erklärten am Samstag, sie hätten keinen solchen Wahlbetrug festgestellt. Sie kritisierten aber "Berichte über Einschüchterungen, Verhaftungen und Entführungen".
Wine wies das Wahlergebnis am Samstag als gefälscht zurück und erklärte, er sei nach einer Razzia in seinem Haus am Freitagabend untergetaucht. "Ich möchte bestätigen, dass ich ihnen entkommen konnte", schrieb der frühere Popstar, der mit bürgerlichem Namen Robert Kyagulanyi Ssentamu heißt, im Onlinedienst X. Er sei derzeit "nicht zu Hause", seine Frau und andere Familienmitglieder stünden dort aber unter Hausarrest.
Ein Polizeisprecher dementierte eine Razzia. Wine befinde sich weiterhin in seinem Haus, um das aus Sicherheitsgründen eine Absperrung errichtet worden sei.
Wines Partei National Unity Platform (NUP) hatte am Freitag auf X zunächst mitgeteilt, Soldaten seien mit einem Hubschrauber auf dem Grundstück des Oppositionsführers gelandet und hätten Wine "mit Gewalt an einen unbekannten Ort verschleppt" habe. Später löschte die Partei den Beitrag wieder.
Der seit 1986 regierende Museveni war schon vor der Wahl von der Opposition scharf kritisiert worden. Der 81-Jährige kontrolliert die Staats- und Sicherheitsorgane und unterdrückt die Opposition. Nach Angaben der Opposition wurden bei der Wahl mindestens zehn Menschen getötet. Zwei Tage vor dem Urnengang hatten die Behörden eine landesweite Internetsperre verhängt, die am Samstag immer noch andauerte. Am Wahltag selbst gab es massive technische Probleme, in vielen Wahllokalen startete die Abstimmung mit mehrstündiger Verspätung.
Internetsperre offenbar beendet
Zwei Tage vor dem Urnengang hatten die Behörden eine landesweite Internetsperre verhängt, die laut AFP-Reportern am Samstagabend beendet wurde. Am Wahltag selbst gab es massive technische Probleme, in vielen Wahllokalen startete die Abstimmung mit mehrstündiger Verspätung.
Zusammenfassung
- Yoweri Museveni wurde laut Wahlkommission mit rund 71,7 Prozent der Stimmen für eine siebente Amtszeit als Präsident Ugandas wiedergewählt, während Oppositionsführer Bobi Wine etwa 24,7 Prozent erreichte.
- Die Wahl am Donnerstag wurde von Gewalt, einer seit zwei Tagen bestehenden Internetsperre und technischen Problemen mit verspätetem Beginn in vielen Wahllokalen überschattet.
- Bobi Wine warf der Regierung massive Wahlfälschung vor, doch afrikanische Wahlbeobachter bestätigten keinen Betrug, kritisierten jedoch Einschüchterungen, Verhaftungen und Entführungen.
