APA - Austria Presse Agentur

Auch England erlässt nun Impfpflicht für Pflegekräfte

14. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Das britische Parlament hat einer Corona-Impfpflicht für Pflegekräfte in Heimen in England zugestimmt.

Ab Oktober müssen Heim-Mitarbeiter zwei Impfungen gegen das Virus vorweisen. Allerdings votierten mehrere Mitglieder der Konservativen Partei von Premierminister Boris Johnson am Dienstagabend gegen das Vorhaben. Sie kritisierten, dass die Regierung vor der Abstimmung keine Bewertung der Auswirkungen veröffentlicht hat. Gesundheits-Staatssekretärin Helen Whately betonte, die Regierung arbeite daran.

Viele Tote in Pflege- und Altersheimen

Die Corona-Krise hatte in Großbritannien vor allem zu Beginn die Pflege- und Altersheime getroffen. Dort starben in den ersten Monaten der Pandemie fast 30.000 Bewohner mehr als im Vorjahreszeitraum.

Staatssekretärin Whately kündigte Richtlinien an. Sie sagte, dass Heimbetreiber impfunwilligen Beschäftigten eine alternative Arbeitsstelle anbieten könnten. Es gebe allerdings nur wenige Jobs in der Branche, die ohne Impfung möglich sind. Pflege- und Ärzteverbände hatten vor einer Impfpflicht gewarnt. Auf ohnehin stark unter Druck stehende Branche kämen damit weitere Probleme zu.

Die Impfpflicht gilt nur in England. Die Regierungen der anderen britischen Landesteilen Schottland, Wales und Nordirland, die für die Gesundheitspolitik selbst verantwortlich sind, haben keine entsprechenden Pläne.

Europaweit Diskussion über Impfpflicht

In Europa wird aktuell in mehreren Ländern die Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegeberufe diskutiert. Zuvor hatte bereits Frankreich eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen von September an erlassen. Griechenland will ebenfalls nachziehen. Kanzlerin Angela Merkel lehnt einen solchen Schritt für Deutschland ab.

Auch in Österreich hat die Regierung eine Impfpflicht bisher stets ausgeschlossen. Es gibt aber bereits diesbezügliche Forderungen.

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Quelle: Agenturen