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Atomdeal: Iran übermittelte Antwort zu EU-Vorschlag

15. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Iran hat seine Antwort auf den Vorschlag der Europäischen Union zur Rettung des internationalen Atomabkommens übermittelt. Das teilte ein EU-Vertreter an Montagabend mit. Details des Schreibens aus Teheran wurden zunächst nicht bekannt.

"Wenn unsere Vorschläge akzeptiert werden, sind wir bereit, (die Gespräche) abzuschließen und die Einigung bei einem Außenministertreffen bekannt zu geben", hatte Irans Außenminister Außenminister Hossein Amirabdollahian bei der Ankündigung des Schreibens erklärt. Die USA hätten mündlich zugesagt, zwei Forderungen Teherans zu erfüllen, sagte er, ohne nähere Angaben worum es sich handelt. Eine Einigung könne erzielt werden, wenn die USA auf noch ungeklärte Probleme eingingen. Sollten die USA jedoch keine Flexibilität zeigen, würden weitere Gespräche nötig sein. "Wie Washington haben auch wir unseren eigenen Plan B, sollten die Gespräche scheitern", zitierte die iranische Nachrichtenagentur Fars den Außenminister.

Die USA teilten mit, sie seien bereit auf Grundlage der EU-Vorschläge den Atomvertrag zu erneuern. Der Iran müsse allerdings auf "belanglose" Forderungen verzichten.

Der Iran hatte am Freitag seine Bereitschaft bekundet, einen europäischen Kompromissvorschlag zur Rettung des Atomabkommens zu akzeptieren. Die Vorschläge der EU seien "akzeptabel" - unter der Voraussetzung, dass dem Iran "Zusicherungen bei verschiedenen Punkten" wie Sanktionen und Sicherheitsvorkehrungen gegeben werden, berichtete Irna unter Berufung auf einen iranischen Diplomaten.

Neuerlicher Versuch 

Deutschland, Großbritannien, Frankreich, China, Russland, der Iran und - als indirekt Beteiligte - die USA hatten Anfang August die Atomgespräche in Wien nach monatelanger Unterbrechung wieder aufgenommen. Die von der EU koordinierten Gespräche zur Wiederbelebung des Atomabkommens waren im März zum Stillstand gekommen. Zuletzt warteten die Unterhändler auf eine Antwort Teherans auf einen Kompromissvorschlag, den der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell Ende Juli unterbreitet hatte.

Die Angst vor Atomwaffen 

Das internationale Atomabkommen mit dem Iran von 2015 soll das iranische Atomprogramm begrenzen und sicherstellen, dass das Land keine Atomwaffen baut. Ausgehandelt hatten es die USA, China, Russland, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und der Iran. Die USA waren jedoch 2018 unter ihrem damaligen Präsidenten Donald Trump einseitig aus dem Abkommen ausgestiegen, woraufhin sich auch der Iran schrittweise von seinen Verpflichtungen aus dem Abkommen lossagte.

Quelle: Agenturen