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Asyl-Zahlen gehen weiter nach oben

09. März 2022 · Lesedauer 2 min

Die Flüchtlingsbewegung aus der Ukraine trifft Österreich in einer Zeit ohnehin steigender Asylzahlen. Waren entsprechende Ansuchen schon im Vorjahr stark auf gut 38.600 nach oben gegangen, setzt sich der Trend nun fort. In den ersten beiden Monaten wurden gut 6.600 Anträge eingebracht. Das ist ein Plus von 90 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Gemäß heute vom Innenministerium publizierten vorläufigen Zahlen gab es vor allem im Jänner einen starken Anstieg. Die 3.349 Asylanträge im ersten Monat des Jahres sind ein Plus von 114 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat 2021, als 1.567 Ansuchen eingebracht wurden. Allerdings sind es 26 Prozent weniger Anträge als noch im Dezember.

Begründet werden die in jüngerer Zeit höheren Zahlen vom Innenministerium mit einer starken Zunahme der Schlepper-Kriminalität. Migranten, die sich seit der Corona-Pandemie auf dem Balkan aufgehalten hätten, seien nun weitergezogen.

Ukrainer waren bisher noch gar kein Thema. Gerade einmal 21 Bürger des mittlerweile von der russischen Aggression getroffenen Landes suchten im Jänner in Österreich um Asyl an. Damit lag man etwa im Bereich der Georgier mit 20 Ansuchen. Mehr als doppelte so viele Bürger der Russischen Föderation - nämlich 46 - beantragten Asyl. Gerade einmal einer Person aus der Ukraine wurde rechtskräftig Asyl gewährt, dazu kommen zwei, die subsidiären Schutz erhielten.

Dominant sind wie seit etlichen Jahren Asylsuchende aus Syrien und Afghanistan. 34 Prozent der Anträge kamen von Syrern, 29 Prozent von Afghanen.

Die neu gestaltete Asylstatistik bietet auch einen besseren Überblick darüber, wie alt die Flüchtlinge sind. Der größte Teil befindet sich in der Altersgruppe 18 bis 35, die 55 Prozent der Bewerber ausmacht. Bei den Über-65-Jährigen wurden hingegen gerade einmal sieben Anträge gestellt. Immerhin 1.070 Anträge kamen von Minderjährigen, von denen 505 unbegleitet waren. Deutlich ist in der Statistik der Überhang der Männer. Nur gut 15 Prozent der Ansuchen kamen von Frauen.

Stark gefordert sein wird in nächster Zeit die Grundversorgung, in die auch jene Menschen aus der Ukraine gelangen, die kein Asyl beantragen wollen. Mit Stand Anfang Februar befanden sich immerhin gut 30.200 Personen in der Grundversorgung, wobei für mehr als 26.000 die Länder die Zuständigkeit trugen.

Quelle: Agenturen