APA - Austria Presse Agentur

Anschober: Erste Impfungen in Österreich möglicherweise ab Jänner

01. Sept 2020 · Lesedauer 3 min

Bereits Anfang 2021 könnten in Österreich Personen im Gesundheitsbereich gegen das Coronavirus geimpft werden.

In Österreich könnten bereits im Jänner erste Personen gegen das Coronavirus geimpft werden. Wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei seiner "Erklärung" am Dienstag sagte, könnte Österreich bis zum Jahreswechsel 600.000 Impfdosen für 300.000 Menschen erhalten. "Es sieht derzeit ganz gut aus", sagte der Anschober.

Mit den ersten Chargen sollen Mitarbeiter des Gesundheitsbereichs und in der Pflege geimpft werden. Insgesamt sollen fünf Impfstoffe verschiedener Hersteller zum Einsatz kommen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die von den Herstellern zugesagten Chargen auch eintreffen und diese auch rechtzeitig genehmigt werden. Ziel der Impfungen sei eine Entlastung des Gesundheitssystems.

"Das Virus ist wieder da"

Zur aktuellen Situation sagt Anschober: "Wir haben deutlich steigende Zahlen. Das Virus ist wieder da". 3.343 aktuell Erkrankte gibt es am Dienstag (Stand 09:30). "Diese Zahl ist zu früh zu hoch", sagt der Gesundheitsminister. Es gehe nun darum diese Zahl zu senken.  

Die Ursachen für die steigenden Zahlen seien zum einen viele kleinere regionale Cluster, zum anderen auch die Urlaubsrückkehrer. Ein weiterer Grund für die Zunahme der Zahlen sei die verstärkte Testung von asymptomatischen Personen, wie etwa im Tourismus. "Dadurch wird vielmehr sichtbar", sagt Anschober.

Die Sterblichkeitsrate sei in den vergangenen Wochen gesunken und auch die Hospitalisierungszahlen seien nicht entsprechend gestiegen. "Das ist gut", sagt der Gesundheitsminister. Die Situation derzeit sei "relativ gut kontrolliert". 

Analyse: Anschober-Rede "zwischen Angstschüren und Hoffnung"

Farbe Rot bedeutet nicht gleich Lockdown

Anschober erwartet, dass im Herbst die Infektionen wieder steigen werden. Einerseits, weil sich wieder mehr Personen in Innenräumen aufhalten werden und andererseits, weil andere Erkrankungen, wie die Grippe, hinzukommen werden. "Es ist entscheidend eine zweite Welle zu vermeiden", sagt Anschober. Jetzt starte die Phase vier der Pandemie-Bekämpfung. 

Ab Freitag wird die Corona-Situation mit der Corona-Ampel analysiert werden. Pressekonferenzen bei denen die aktuellen Infektionszahlen vorgetragen werden gehören damit der Vergangenheit an. Bei der Bewertung der Ampelfarbe werden zukünftig mehrere Indikatoren berücksichtigt. Dazu zählen: Testungen, Infektionszahlen, Clusteranalysen und die Kapazitäten im Gesundheitssystem. 

Wenn ein Schwellenwert in einer Kategorie in einer Region überschritten wird, beschäftigt sich eine Corona-Kommission damit. Nach einer Einschätzung des Gesamtrisikos werde über die Ampelfarbe entschieden. Die Farbe Rot bedeute nicht, dass es einen Lockdown geben wird. "Ich würde mit dieser Sondersituation in die Bundesregierung und in den Hauptausschuss des Nationalrates gehen", sagt Anschober. Überall wo es Grundrechtseinschränkungen gebe, werde der Hauptausschuss miteinbezogen.

Auf einer eigenen Homepage werden die entsprechenden Ampel-Schaltungen und Empfehlungen sichtbar gemacht. 

Über 500.000 Anrufe bei AGES & 1450

Anschober hat bei der Pressekonferenz auch sein in Kritik geratenes Ressort verteidigt. "Kritisieren sie mich, aber nicht jene Mitarbeiter die seit Monaten eine Sechs-Tage-Woche haben", sagt er und kündigt an, die Mitarbeiter im Bereich Recht aufstocken zu wollen. Es wird zudem einen Expertenbeirat Recht im Gesundheitsministerium geben. 

Im Gesundheitsministerium wurden in den vergangenen sechs Monaten 91 Verordnungen und 144 Rechtsakte erlassen. Tausende Anfragen seien bearbeitet worden. Die Gesundheitshotline der AGES und 1450 hätten über 500.000 Anrufe entgegengenommen – "bei gleichbleibendem Personalstand", sagt Anschober.

Quelle: Agenturen / Redaktion / spe