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Anschlag in Afghanistan: Elf regierungstreue Kämpfer getötet

Juni 06, 2020 · Lesedauer 2 min

Bei einem Anschlag im Norden Afghanistans sind elf regierungstreue Kämpfer getötet worden. Das Fahrzeug der Miliz-Soldaten sei durch eine am Straßenrand platzierte Sprengfalle zerstört worden, teilten die Behörden der Provinz Badakshan am Samstag mit. Ein Sprecher des Provinzrates von Badakshan machte die radikalislamischen Taliban für die Attacke verantwortlich. Diese äußerten sich dazu nicht.

Unter den Toten war nach Angaben eines Behördensprechers auch ein lokaler Miliz-Kommandant. Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich die Kämpfer demnach auf dem Weg zu einem Einsatz zur Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte. Die afghanische Armee sowie die Polizei werden vielerorts von lokalen Milizen unterstützt. Die regierungstreuen Kräfte sind häufiges Ziel von Taliban-Anschlägen.

Die Taliban hatten anlässlich des Fastenbrechens nach dem islamischen Fastenmonat Ramadan Ende Mai überraschend eine dreitägige Waffenruhe verkündet, woraufhin die Gewalt in dem Land zunächst erheblich zurückging. Zuletzt gab es jedoch wieder vermehrt Anschläge. Die US-Regierung flog am Donnerstag und Freitag erstmals seit dem Ende der Feuerpause wieder Luftangriffe auf Taliban-Ziele. Das Pentagon betonte, auch künftige Taliban-Angriffe würden mit Luftangriffen beantwortet.

Die afghanische Regierung hatte sich kürzlich zu Verhandlungen mit den Taliban bereit erklärt. Die innerafghanischen Friedensgespräche sind Teil des Abkommens von Doha zwischen den USA und den Taliban. Seit der Unterzeichnung des Abkommens im Februar haben die Taliban weitgehend auf größere Anschläge auf zivile Ziele verzichtet. Ihre Kämpfer verüben jedoch weiterhin regelmäßig Anschläge auf Positionen der afghanischen Streitkräfte und deren Verbündeten.

Quelle: Agenturen