Angriffe in Nahost sorgen international für Beunruhigung
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bezeichnete die Lage im Nahen Osten als "gefährlich". Sie habe mit Israels Außenminister und weiteren Ministern in der Region gesprochen, schrieb sie auf X. Die EU arbeite zudem eng mit arabischen Partnern zusammen, um diplomatische Wege auszuloten. Die EU-Marineoperation "Aspides" im Roten Meer bleibe "in höchster Alarmbereitschaft" und stehe bereit, "um die Durchgängigkeit des Seewegs zu sichern".
Die britische Regierung warnte vor einer Eskalation des Konflikts. Premierminister Keir Starmer berief am Vormittag eine Sitzung des nationalen Krisenstabs Cobra ein, wie die britische Nachrichtenagentur PA meldete. London wolle "keine weitere Eskalation zu einem weiteren regionalen Konflikt sehen", zitierte PA einen Regierungssprecher. Iran dürfe niemals Atomwaffen entwickeln, deswegen habe man stets Bemühungen um eine Verhandlungslösung unterstützt, so der Sprecher weiter.
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez verurteilte unterdessen die Militäraktion der USA und Israels gegen den Iran. Der einseitige Angriff stelle eine Eskalation dar und trage zu einer unsichereren und feindseligeren internationalen Ordnung bei, sagte Sanchez.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warnte vor schweren Konsequenzen eines Krieges zwischen den USA und Israel einerseits und dem Iran andererseits für den Frieden und die internationale Sicherheit. Die aktuelle Eskalation sei für alle gefährlich und müsse gestoppt werden, erklärt Macron. Frankreich stehe bereit, auf Anfrage die notwendigen Mittel zum Schutz seiner engsten Partner bereitzustellen.
Kiew: Stehen an der Seite des iranischen Volks
Die Ukraine betonte ihre Unterstützung für das iranische Volk. Die iranische Führung habe Möglichkeiten für Diplomatie ignoriert, teilte das Kiewer Außenministerium auf der Plattform X mit. Der Grund für die derzeitigen Ereignisse sei die Gewalt und Willkür der iranischen Führung, insbesondere die Tötungen und Repressionen gegen friedliche Demonstranten, die in den letzten Monaten besonders groß geworden seien.
Das Ministerium warf Teheran Menschenrechtsverletzungen im Land vor sowie Unterstützung militanter Gruppen, die Chaos in andere Länder der Region gebracht hätten, und Unterstützung Russlands in dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Russland: Rückkehr zur Diplomatie nötig
Russland fordert nach den Angriffen in Nahost eine sofortige Rückkehr zu einer politischen und diplomatischen Lösung. Die internationale Gemeinschaft müsse diese "verantwortungslosen Handlungen" objektiv bewerten, teilt das Außenministerium in Moskau mit. Besondere Sorge bereite die Serie destabilisierender Schläge, die die USA in den vergangenen Monaten gegen die Grundlagen der Weltordnung geführt hätten. Russland sei weiterhin bereit, bei der Suche nach friedlichen Lösungen auf Basis des Völkerrechts zu vermitteln.
Krisenstab tagt in Wien
Auch in Österreich finden angesichts der Entwicklungen in Nahost Beratungen statt. "Ich habe im Außenministerium einen Krisenstab eingerichtet, der gerade tagt", erklärte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) am späten Samstagvormittag. "Wir stehen in engem Kontakt mit unseren Botschaften in der Region." Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) verurteilte in einem Post auf Bluesky "jede Form militärischer Gewalt, die zu weiteren Eskalationen in der Region führt".
Zusammenfassung
- Die Angriffe Israels und der USA auf Ziele im Iran haben international für Beunruhigung gesorgt, zahlreiche Staaten und die EU fordern Zurückhaltung und den Schutz von Zivilisten.
- Die EU hält die Marineoperation 'Aspides' im Roten Meer in höchster Alarmbereitschaft und arbeitet eng mit arabischen Partnern an diplomatischen Lösungen.
- In Österreich tagt ein Krisenstab, während Großbritannien, Frankreich, Spanien, die Ukraine und Russland jeweils eigene Positionen zur Eskalation beziehen und vor weiteren Konflikten warnen.
