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Nawalny schlägt Alarm: Isolation, enge Zelle, kaum Besuch

18. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny hat eine erhebliche Verschärfung seiner Haftbedingungen beklagt.

Er sei in eine enge Isolationszelle verlegt worden und dürfe keine längeren Besuche von Verwandten mehr empfangen, erklärte Nawalny in einer Nachricht, die sein Unterstützerteam in Online-Netzwerken verbreitete. In dieser Zelle, die für Häftlinge mit schlechter Führung vorgesehen sei, dürfe er lediglich zwei Bücher bei sich haben.

Familie seit Monaten nicht gesehen

Vier Tage vor einem geplanten Besuch sei er über seine Verlegung in diese Zelle informiert worden. Nun habe er seine Eltern, seine Frau und seine Kinder seit mehreren Monaten nicht mehr gesehen. "Ihr könnt mich beglückwünschen!", hieß es sarkastisch in Nawalnys Botschaft. "Sie tun das, um mich zum Schweigen zu bringen. Das bedeutet, dass meine erste Verpflichtung welche ist? Richtig! Keine Angst zu haben und nicht zu schweigen."

Der 46-jährige Nawalny ist einer der größten Kritiker von Präsident Wladimir Putin in Russland. Er wurde im März zu neun Jahren Haft unter verschärften Bedingungen wegen Vorwürfen verurteilt, die er als politisch motiviert bezeichnet. Im Januar 2021 war er bei seiner Rückkehr aus Deutschland in Russland festgenommen worden. In Deutschland hatte er sich von einem Giftanschlag erholt, durch den er beinahe gestorben wäre und für den er den Kreml verantwortlich macht.

Seit seiner Verhaftung sendet Nawalny über sein Unterstützterteam Nachrichten an die Öffentlichkeit. Im Sommer hatte er berichtet, dass er in seiner Strafkolonie in der Nähe der Stadt Wladimir rund 200 Kilometer östlich von Moskau in eine Disziplinierungszelle verlegt worden sei.

 

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam