APA - Austria Presse Agentur

Aktion scharf in Gefängnissen nach Anschlag in Wien

07. Nov 2020 · Lesedauer 1 min

Die Justizanstalten haben nach dem Anschlag in Wien eine Aktion scharf in Gefängnissen durchgeführt und dabei einige Beschlagnahmungen gemacht.

229 Insassen, die wegen Terrorismusdelikten inhaftiert sind, Radikalisierungstendenzen oder sonstige Auffälligkeiten zeigten, wurden überprüft. Das teilte das Justizministerium am Samstag mit. Die Maßnahmen umfassten Haftraumdurchsuchungen, Personendurchsuchungen und Betriebsraumdurchsuchungen.

Gefundene Schriftstücke werden auf extremistische Hintergründe geprüft

Die 186 eingesetzten Justizwachebeamten haben insgesamt 168 Hafträume, 30 Betriebe und 229 Insassen durchsucht. Zwölf Justizanstalten meldeten Funde, die einer eingehenden Prüfung unterzogen werden. 

Bei den Schriftstücken handelte es sich "allgemein um Dokumente und Bücher, bei denen geprüft werden muss, ob sie eine radikale Bedeutung haben". Das präzisierte Christina Ratz, Ressortmediensprecherin im Justizministerium, auf APA-Anfrage.

Es dürfte sich bei dem beschlagnahmten Material vor allem um arabische Bücher bzw. Schriften handeln. "Es gibt arabische Zeichen, die sehr ähnlich zu Zeichen mit radikaler Bedeutung sind. Die Unterscheidung kann sehr schwierig sein. Es ist daher nun eine genaue Überprüfung der Funde notwendig", teilt Ratz mit.

Es handle sich dabei größtenteils um Schriftstücke, die nun auf allfällige extremistische Hintergründe überprüft werden. Über die Ergebnisse wurden die zuständigen Landesämter für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung informiert bzw. Anzeige an die Staatsanwaltschaft erstattet, hieß es laut Ministerium.

Quelle: Agenturen