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AfD-Aktivist drehte Video in Mauthausen: Impfung neues Zyklon B

08. März 2021 · Lesedauer 2 min

Ein AfD-Aktivist drehte im KZ Mauthausen ein Video in dem er die Corona-Impfung mit dem Gift Zyklon B verglich. Ermittlungen wurden eingeleitet. Es soll auch herausgefunden werden, ob der Mann in Österreich war, weil er an der Corona-Demo am Samstag in Wien teilgenommen hatte.

Ein deutscher AfD-Aktivist hat in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen in Oberösterreich ein Video gedreht und online gestellt, in dem er Covid-19-Impfstoffe mit dem Gift Zyklon B, das in der NS-Zeit zum Massenmord eingesetzt wurde, vergleicht und nicht hofft, "dass jemand vorhat, hier wieder Konzentrationsläger (sic!) einzurichten, auch nicht für Leute, die die Impfung verweigern oder die sich nicht testen lassen wollen".

Video vom Samstag: Ermittlungen laufen

Der Mann wird nach dem Verbotsgesetz angezeigt. Das LVT Oberösterreich ermittelt. Man sei noch am Anfang. "Das Video samt Einträgen in den sozialen Medien ist heute sichergestellt worden", erklärte Polizeisprecher David Furtner am Montag. Man gehe davon aus, dass es vom vergangenen Samstag stamme. Ermittelt werde nun, was der deutsche Staatsbürger in Österreich zu tun hatte und ob er auch an Demonstrationen in Wien teilgenommen habe. Social-Media-Einträge legen das nahe.

AfD-Aktivisten bei Demo am Samstag 

An der Corona-Demonstration und am Sturm auf das Gebäude einer Versicherung am Samstag in Wien waren jedenfalls AfD-Aktivisten beteiligt. Es gab drei Anzeigen und zwei Festnahmen nach dem Verbotsgesetz, hieß es in einer Presseaussendung des Innenministeriums. "Der Vergleich des Covid19-Impfstoffs mit dem Gift Zyklon B, das Millionen von Menschen den Tod gebracht hat, ist nicht nur das Verbreiten von Verschwörungstheorien, sondern widerwärtig und kriminell", so Innenminister Karl Nehammer (ÖVP). "Wir sehen hier eine Form des Geschichtsrevisionismus, die dazu beiträgt, die Verbrechen des Nationalsozialismus zu relativieren und zu verharmlosen."

Erschreckende historische Unkenntnis oder verhetzende Meinungsmanipulation

Meinungs- und Redefreiheit sei ein hohes Gut. "Meinungsfreiheit hört allerdings dort auf, wo die Verbrechen des Nationalsozialismus verharmlost und historisch unhaltbare Vergleiche zum NS-Terrorregime gezogen werden. Diesen Missbrauch des Ortes lehnen wir entschieden ab", erklärte Barbara Glück, Direktorin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Solche Vergleiche im Kontext der Covid-19-Maßnahmen sprächen entweder von erschreckender historischer Unkenntnis oder von bewusster verhetzender Meinungsmanipulation.

Quelle: Agenturen / lam