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4 bis 50 Euro pro Corona-Tests: Einige Bundesländer wollen Kosten nicht nennen

27. Feb. 2022 · Lesedauer 4 min

2,6 Milliarden Euro hat Österreich in zwei Jahren für Corona-Tests ausgegeben. Jetzt sollen die Gratis-Tests abgeschafft werden, Wien will aber weitertesten und argumentiert, dass seine Tests vergleichsweise sehr günstig seien. Einige Bundesländer untermauern dieses Argument. Sie wollen ihre Kosten nicht offenlegen.

In der Debatte um die kostenlosen Coronatests geht es wie so oft in erster Linie um Geld. In den vergangenen zwei Pandemiejahren wurden 2,6 Milliarden Euro für rund 300 Millionen Tests ausgegeben. Das entspricht dem Jahresbudget des österreichischen Bundesheeres.

Länder rücken Kosten-Aufstellung nicht raus

Die Stadt Wien macht die österreichweit die meisten Tests und will ihr Alles-Gurgelt-Programm unbedingt halten. Wien will beweisen, dass die Tests sehr günstig sein, doch der Versuch, das mit Zahlen zu unterlegen, ist schwierig, denn einige Länder wollen die Kosten für die Tests nicht verraten. Einige Zahlen deuten aber darauf hin, dass es tatsächlich große Unterschiede bei den Preisen gegeben hat.

Bgld: 50 Euro pro Test

Seit Beginn der Pandemie wurden knapp 300 Millionen Tests durchführt, ein Drittel davon PCR, zwei Drittel Antigen. Die Zahlen umfassen die behördlichen Testungen aus den täglichen Bundesländermeldungen ebenso wie die Tests in Apotheken, Schulen und Betrieben sowie jene im Tourismus. Die Kosten für alle Tests bezifferte das Finanzministerium zuletzt mit 2,6 Milliarden Euro. Das ergibt pauschal gerechnet knapp 8,66 Euro pro Test. Im Detail zeigt sich allerdings ein sehr unterschiedliches Bild: Während die Gurgeltests in Wien zwischen knapp über vier und rund sieben Euro pro Untersuchung kosten, schlagen sich etwa im Burgenland Einzeltestung mit 50 Euro zu Buche. Für Tests in Apotheken refundiert der Bund 25 Euro.

In der Stadt Wien wurden bisher die meisten Tests durchgeführt und zwar 62 Millionen von insgesamt 192 Millionen Tests (ohne Schultests), das sind 32 Prozent. Bei den PCR-Tests waren es sogar 55 Prozent. Dafür wurden rund 500 Millionen ausgegeben. Rund 300 Millionen Euro wurde für "Alles gurgelt" aufgewendet, 200 Millionen Euro für die Teststraßen.

Tirol: 259 Millionen Euro, 12 Millionen Tests

Im Vergleich dazu hat Tirol rund 259 Millionen Euro für Corona-Tests ausgegeben, aber nur zwölf Millionen Tests durchgeführt. Die Antigen-Tests schlugen mit 184 Millionen Euro zu Buche, die PCR-Tests mit 83,6 Millionen Euro.

Oberösterreich nennt keine Details zu Verträgen mit den Labors. Die Gesamtkosten beziffert das Land mit 170 Millionen Euro, davon 100 Millionen für Antigentests und 70 Millionen für PCR. Durchgeführt wurden 27 Millionen Tests.

Aus dem Koordinationsstab Coronavirus im Burgenland heißt es, dass sich die Kosten für die Tests innerhalb des vom Bund vorgegebenen Rahmens für die Rückerstattung bewegen. Für Pooltestungen seien dies 7 Euro, wobei sich bei einem positiven Test die Kosten entsprechend der Nachauswertung erhöhen. Für Einzeltestungen fallen 50 Euro an, die vom Bund rückerstattet werden.

NÖ beruft sich auf Verschwiegenheit

Auch in Niederösterreich hielt man sich zu den genauen Kosten bedeckt. Aus der zuständigen Fachabteilung des Landes hieß es auf APA-Anfrage, dass man diesbezüglich einer Verschwiegenheitsverpflichtung unterliege. Gesagt werden könne lediglich so viel: "Die Tests kosten jedenfalls nicht mehr als dem Land Wien." Die Stadt Wien hatte ja ihr Alles-Gurgelt-Programm damit verteidigt, dass es weniger koste als Tests in anderen Ländern.

Salzburg beziffert seine bisherigen Gesamtkosten mit 52,37 Millionen, Vorarlberg mit 15,5 Millionen Euro.

Steiermark: Noch keine Zahlen aber Kosten steigen

Kärnten nennt auf APA-Anfrage ähnliche Preise wie Wien: PCR-Laboranalyse-Pooling kostet 4,10 pro Test, eine PCR-Laboranalyse-Einzelanalyse 23 Euro pro Tests. In der Steiermark ist noch nicht genau bekannt, wie viel die Heimgurgel-Tests kosten werden. Basis für die Ausschreibung waren 250.000 Tests pro Woche. Für diese verlangte der Bestbieter 4,10 Euro für den Test plus 90 Cent für die Logistik, schilderte Teststraßen-Koordinator Harald Eitner. Tatsächlich fielen aber pro Woche maximal 60.000 Tests an. Daher werde der Einzelpreis noch deutlich steigen. Hinzu komme, dass in der Omikron-Welle durch die vielen Infektionen auch viele Zehner-Pools bei den Laboren aufgelöst und erneut geprüft werden mussten. Auch das führe zu erhöhten Kosten. Eitner rechnet damit, dass daher der einzelne Test wohl zwei bis drei Euro mehr kosten werde, als in der Ausschreibung als Basis angenommen wurde. Somit dürfte der Preis von fünf auf sieben bis acht Euro steigen. Endgültige Zahlen habe man deshalb noch nicht, weil noch keine Rechnung vorliege.

Die Kosten für die steirischen Teststraßen belaufen sich laut Eitner auf 18 bis 20 Mio. Euro pro Monat. Sie werden alle von einem Anbieter betrieben. Etwa 200.000 Tests - Antigen sowie PCR - werden pro Woche durchgeführt. Der Großteil der Kosten werde dabei aber durch das nötige Personal und die Logistik verursacht.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam