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24 Mio. Menschen in der EU 2019 materiell unterversorgt

Apr 29, 2020 · Lesedauer 2 min

Rund 24 Millionen Menschen in der Europäischen Union bzw. 5,6 Prozent der Gesamtbevölkerung galten 2019 laut Statistik als materiell unterversorgt. Österreich liegt mit einem Prozentsatz von 2,8 unter dem EU-Schnitt und auf dem neunten Platz, wie Eurostat am Mittwoch mitteilte. Am geringsten ist die materielle Unterversorgung in Luxemburg (1,3 Prozent) und Schweden (1,6 Prozent).

Die höchsten Werte wurden der europäischen Statistikbehörde aus Bulgarien mit 19,9 Prozent und Griechenland mit 16,9 Prozent gemeldet. Im Vergleich zu 2018 wurde 2019 ein EU-weiter Rückgang von 0,5 Prozentpunkten festgestellt. Der sinkende Trend, der nach dem Höhepunkt der letzten Dekade im Jahr 2012, als 10,2 Prozent der EU-Bürger als materiell unterversorgt galten, eingesetzt hatte, setzte sich demnach fort. Eurostat erwartet, dass sich aufgrund der sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie der Trend 2020 umkehren wird.

Materielle Unterversorgung wird festgestellt, wenn sich eine Person mindestens vier der folgenden Güter oder Bedürfnisse nicht leisten kann, die von den meisten Menschen als wünschenswert oder notwendig angesehen werden: Rechnungen fristgerecht zu bezahlen, die Wohnung angemessen zu heizen, unerwartete Ausgaben zu bewältigen, Fleisch, Fisch oder ein vegetarisches Ersatzprodukt regelmäßig zu essen, ein Woche pro Jahr in den Urlaub zu fahren, ein Fernsehgerät, eine Waschmaschine, ein Auto oder ein Telefon zu besitzen. Besonders betroffen sind Alleinerziehende, von denen laut Eurostat in der EU 10,7 Prozent als materiell unterversorgt gelten.

Quelle: Agenturen