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2019 brachte Rückgang der Mindestsicherungsbezieher in Wien

Juni 19, 2020 · Lesedauer 2 min

In Wien haben 2019 insgesamt 135.698 Personen Mindestsicherung bezogen. Das ist ein Rückgang um 5 Prozent. Auch die Ausgaben für die Mindestsicherung waren geringer als im Jahr davor. Dieser Trend wird sich heuer aber nicht fortsetzen: Wie Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) in einer Pressekonferenz betonte, ist angesichts der Coronakrise für 2020 ein "dramatischer" Anstieg zu erwarten.

"Die augenblickliche Situation macht Sorge", sagte Hacker. Obwohl die Krise am Arbeitsmarkt sich mit einer gewissen Verzögerung bei der Mindestsicherung abbildet, wie er erläuterte, ist laut dem Ressortchef die Entwicklung jetzt schon erkennbar. Laut den aktuellen Zahlen der Sozialabteilung MA 40 betrug etwa das Plus im vergangenen Mai bereits 4,9 Prozent.

Da die Arbeitslosigkeit bereits um 57 Prozent angestiegen ist, sei eine noch viel höhere Steigerung zu erwarten, warnte Hacker. Laut der Leiterin der MA 40, Agnes Berlakovich, sind Personen im Alter bis 44 Jahre bzw. Menschen, die ein AMS-Einkommen beziehen, besonders betroffen. Auch finden sich vergleichsweise mehr österreichische Staatsbürger bei den Neuanträgen als in sonst.

Ein Rückgang in Sachen Mindestsicherung konnte zum zweiten Mal in Folge verzeichnete werden, wie Stadtrat Hacker, MA-40-Chefin Berlakovich und die Sozialsprecherin der Wiener Grünen, Ursula Berner, erläuterten. Besonders stark fiel das Minus bei den 19- bis 25-Jährigen aus. Bei den Über-60-Jährigen stieg die Zahl hingegen an.

Insgesamt 74 Prozent aller Betroffenen erhielten eine Aufstockung eines vorhandenen Einkommens, also etwa von Lohn, AMS-Bezug oder Notstandshilfe. 45 Prozent der Empfänger besaßen eine österreichische Staatsbürgerschaft. Ihre Gesamtzahl ist laut dem aktuellen Mindestsicherungsbericht im Vergleich zum Jahr 2018 um 7 Prozent gesunken. Jene der Drittstaatsangehörigen stieg hingegen um 13 Prozent - wobei der Zuwachs 2018 sogar noch 28 Prozent betragen hat, wie im Bericht ausgeführt wird.

Die Ausgaben für die Wiener Mindestsicherung reduzierten sich um knapp 20 Mio. Euro auf 640,1 Mio. Euro. Die finanzielle Ersparnis fällt mit 3 Prozent geringer aus als der Rückgang bei den Beziehern, der 5 Prozent betrug. Laut Berlakovich liegt dies daran, dass hier die Valorisierung berücksichtigt werden müsse, die von der Entwicklung der Mindestpensionen abhänge.

Quelle: Agenturen