1-G-Regel Debatte spaltete Gesellschaft

21. Aug 2021 · Lesedauer 3 min

Eine Umfrage zeigt, dass 55 Prozent der Österreicher für die Einführung einer 1-G-Regel für Veranstaltungen sind. Auch SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner bezieht in der Debatte klar Stellung. Sie spricht sich für Beschränkungen für Ungeimpfte bei Veranstaltungen und der Nachtgastronomie aus.

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in einer Vorab-Aussendung berichtet, sind laut einer Umfrage von Unique Research 55 Prozent dafür, Freizeiteinrichtungen wie Restaurants, Theater oder Fitnesscenter nur noch für Personen zu öffnen, die gegen Corona geimpft sind ( (n=500 Schwankungsbreite: +/- 4 Prozentpunkte). Eine größere Spaltung der Gesellschaft zeige sich in der Impfdebatte nach der Parteienpräferenz: Nur elf Prozent der FPÖ-Wähler sind für diese Vorteile für Geimpfte, 86 Prozent dagegen. Nahezu spiegelverkehrt dazu die ÖVP-Wähler: 82 Prozent dafür, 15 Prozent dagegen. SPÖ-Wähler befürworten Vorteile für Geimpfte zu 72 Prozent, 23 Prozent lehnen das ab.

"Es ist unfair"

Auch ein PULS 24 Lokalaugenschein zeigt, dass sich die Österreicher in dieser Debatte nicht einig sind. Für einen jungen Mann ist eine 1-G-Regelungen "sinnvoll. Sonst haben die Geimpften keine Vorteile gegenüber den Ungeimpften", sagt er gegenüber PULS 24. "Es wird ein Anstoß für einige sein. Es ist eine Entscheidung, die man nicht ausschließen sollte", ist die Meinung eines anderen Befragten. Für eine Wienerin würde die 1-G-Regelung Sicherheit bringen, da sie zu einer Risikogruppe gehört.

Eine Impfbefürworterin wiederum ist der Meinung, dass sich die Impfverweigerer "auf diesen Weg nicht einlassen werde". "Es ist unfair", sagt ein Mann dazu. Eine andere Frau sei "nicht einverstanden. Es ist jedem seine eigene Entscheidung".

Statistiker Erich Neuwirth hält eine 1-G-Regel "für sehr vernünftig".

Rendi-Wagner fordert 1-G-Regel bei Veranstaltungen

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner fordert angesichts der beginnenden vierten Corona-Welle erneut, den Zutritt zur Nachtgastronomie, zu Festivals und Sportveranstaltungen nur noch für vollständig Geimpfte zu erlauben. Die Regierung solle diese 1-G-Regel österreichweit für Bereiche mit hohem Infektionsrisiko einführen, verlangte sie in einer Aussendung. Auf diese Weise solle die Impfquote vor allem bei Jugendlichen gesteigert werden.

Nur zehn Prozent der 12- bis 17-Jährigen seien derzeit vollständig geimpft. Für den Schulstart im Herbst bringe dies eine gefährliche Ausgangslage, so Rendi-Wagner. Aus ihrer Sicht müssen die Schulen aber offen bleiben. Es solle Impfaktionen an den Schulen und PCR-Gurgeltests einmal pro Wochen für alle Schulstufen geben. Außerdem sollten Luftfilteranlagen zum Einsatz kommen und zusätzliche Räume angemietet werden, um Abstands- und Hygieneregeln besser einhalten zu können.

Für Mario Pulker, WKO-Gastro-Obmann, würde eine 1-G-Regel für die Gastronomie und Freizteitstätten einem Lockdown gleichkommen.

3-G-Regel am Arbeitsplatz

Die SPÖ-Chefin will auch positive Impfanreize. Rendi-Wagner denkt hier an Freikarten für Konzerte und Sportevents, aber auch an Impflotterien oder einen extra Urlaubstag. Am Arbeitsplatz soll nach ihrer Sicht die 3-G-Regel - geimpft, genesen, getestet - gelten. Derzeit gebe es keinerlei Schutzbestimmungen für Großraumbüros, Verteilzentren oder Fleischverarbeitungsbetriebe, kritisierte sie.

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Quelle: Agenturen