APA - Austria Presse Agentur

Neues Gerät zur Gewichtabnahme versperrt den Mund

28. Juni 2021 · Lesedauer 2 min

An der Universität Otago haben Forscher eine Vorrichtung, die den Mund versperrt, getestet. Sie soll beim Abnehmen helfen. In den sozialen Medien sorgt das Gerät bereits für Spott und Häme.

Um die Fettleibigkeit in Neuseeland zu bekämpfen, entwickelten Forscher der Universität Otago eine medizinische Vorrichtung, die bei der Gewichtsreduktion helfen soll. Über fünf Jahre wurde an diesem Projekt geforscht. Die erste klinische Studie sei erfolgreich gewesen, heißt es in dem Bericht, der im "British Dental Journal" veröffentlicht wurde.

Den Patienten wurden spezielle, magnetische Verschlussbolzen an den Zähnen montiert. "Wenn der Patient zusammenbeißt, greifen die Magnete ein und das schränkt die Kieferbewegung ein", sagt Paul Brunton, Professor für Gesundheitswissenschaften an der University of Otago, gegenüber dem neuseeländischen TV-Sender "1News".

Vorrichtung ist keine dauerhafte Lösung

Die Vorrichtung schaffe einen zwei Millimeter großen Spalt zwischen den Zähnen, wodurch die Patienten keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen können. Die Teilnehmer erreichten so innerhalb von zwei Wochen einen mittleren Gewichtsverlust. Dieser habe die meisten motiviert mehr Gewicht zu verlieren, heißt es im Forschungsbericht. Nur beim Sprechen sollen einige Schwierigkeiten gehabt haben.

Die Verschlussbolzen seien aber keine dauerhafte Lösung, sagt Brunton im "1News"-Interview. "Es wird Patienten geben, die aufgrund ihres Gewichts keine Vollnarkose bekommen können, also könnte es zur Vorbereitung vor orthopädischen Operationen eingesetzt werden", erklärt der Universitätsprofessor.

Im nächsten Schritt wolle man nun versuchen kommerzielle Partner zu finden, um die Vorrichtung herstellen zu können. Auch plane man laut Brunton eine größere Patientenstudie.

In den sozialen Medien sorgt das Gerät für Spott und Häme. Einige Twitter-Nutzer bezeichnen es als "gruselig" und "bizarr", wiederum andere schreiben von "Folter". Für eine Twitter-Userin ist diese Vorrichtung "quälend" und "beschämend". Sie sei "angewidert und entsetzt". 

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea