Wien Museum führt bei anhaltendem Zustrom auf die Donauinsel
Seit der Wiedereröffnung am 6. Dezember 2023 haben 1,3 Millionen Personen das Wien Museum besucht. 2025 waren es im Vergleich zu 2024 um rund 47.000 weniger, der Rückgang sei allerdings auf den überdurchschnittlich großen Zustrom in den ersten vier Monaten nach dem Re-Opening zurückzuführen, so Bunzl bei der Jahrespressekonferenz am Mittwoch. Die Besucherzahl in allen Museen der Stadt Wien betrug 2025 den Angaben zufolge 831.009.
An allen Standorten des Wien Museums wurden 2025 durch Eintritte (inklusive Jahreskarten und Führungen) 1,2 Millionen Euro, davon 734.403 Euro am Karlsplatz, lukriert - "mehr als je zuvor" (Schwarz). Das "englische Modell" - freier Eintritt zur Dauerausstellung, Bezahlung für Sonderschauen - habe sich als Erfolgsmodell erwiesen und bleibt aufrecht. Die Subvention durch die Stadt wird heuer rund 28 Millionen Euro betragen.
Als "Beitrag zur Sparmaßnahme" sollen neben verkürzten Saisonen in mehreren Zweigstellen ab 1. Jänner Schuberts Sterbewohnung und ab 2. März das Haydnhaus, die Johann Strauss Wohnung und der Neidhart Festsaal für zwei Jahre geschlossen bleiben. Beim Personal lässt man Kurzzeiteinstellungen auslaufen, sagte Schwarz. Auch die Türen von Schuberts Geburtshaus bleiben zu, allerdings wegen Renovierung. Die Wiedereröffnung mit einer neuen Dauerausstellung ist für Jänner 2028 vorgesehen, wenn sich der Todestag des Komponisten zum 200. Mal jährt.
Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) bezeichnete das Wien Museum als "Bollwerk der Bildung und Wissenschaft". 2025 nahmen an Vermittlungsprogrammen (Führungen und Workshops für Erwachsene, Kinder und Schulen) 43.717 Interessierte teil, berichtete Bunzl.
Überraschungen und Farbenspiele
Mit "Fleisch" bleibt im Wien Museum ein "Blockbuster" (Bunzl) noch bis 22. Februar geöffnet. Ab 26. März bis 30. August heißt es ab auf "Die Donauinsel": Die so betitelte Schau beleuchtet die Geschichte und Gegenwart dieser Landschaft. "Wir zeigen, wie es zu diesem vielfältigen Natur- und Erholungsraum gekommen ist - und das war eher überraschend", kündigte Bunzl an. Vom 30. April bis 27. September beschäftigt sich eine Präsentation anhand der Sammlung Peschka (Anton Peschka war Egon Schieles Schwager) einerseits mit der Konstellation zweier Künstlerfamilien, aber auch mit dem Umgang mit einem Nachlass ("Schiele & Peschka").
Hinter der Ausstellung "Farbenspiel" vom 1. Oktober bis 28. März 2027 wiederum verbirgt sich "die Idee, über Mode die Geschichte von Farben anzuschauen" (Bunzl). Die Albertina Modern und das Wien Museum würdigen gemeinsam Franz West, der im kommenden Jahr 80 geworden wäre. Während ersteres Museum den globalen Künstler in den Mittelpunkt stellt, steht am Karlsplatz vom 6. November bis 2. Mai 2027 dem Titel entsprechend "Franz West und Wien" im Fokus.
In der Community Gallery im Wien Museum richtet sich das Spotlight heuer auf die Arena Wien (18. Juni bis 27. September), auf die lateinamerikanische Gemeinschaft in der Bundeshauptstadt ("Viena Latina" vom 5. März bis 31. Mai) und auf Menschen mit Down-Syndrom (22. Oktober bis 24. Jänner 2027). Das musa für Wiener Gegenwartskunst soll nach den beiden letzten von dem sich in die Pension verabschiedenden Berthold Ecker kuratierten Ausstellungen "neu gedacht und neu belebt werden", hieß es.
(S E R V I C E - www.wienmuseum.at )
Zusammenfassung
- Das Wien Museum zählte 2025 insgesamt 596.657 Besucherinnen und Besucher und erzielte mit 1,2 Millionen Euro Eintrittsgeldern einen neuen Rekord.
- Als Sparmaßnahme werden mehrere Zweigstellen wie Schuberts Sterbewohnung und das Haydnhaus ab 2025 für zwei Jahre geschlossen, während das Personal durch das Auslaufen von Kurzzeiteinstellungen reduziert wird.
- Mit großen Ausstellungen wie zur Donauinsel, zu Schiele & Peschka und zu Franz West sowie 43.717 Teilnehmenden an Vermittlungsprogrammen bleibt das Wien Museum ein zentraler Bildungsträger in Wien.
