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Von Oxytocin bis zur Odyssee: Schauspielhaus Wien 2020/21

Juni 18, 2020 · Lesedauer 2 min

Im Zentrum steht das Universum. Zumindest im Sujet der neuen Spielzeit des Schauspielhauses Wien, die am Donnerstag auf der Website präsentiert wurde. Den Anfang macht am 30. September die ursprünglich für die aktuelle Saison geplante Uraufführung von Miroslava Svolikovas "Rand" in der Regie von Hausherr Tomas Schweigen.

Ausgehend von den Figuren des Textes startet am heutigen Tag ein digitales "Spin-off" unter dem Titel "Lost in Space and Time", das von Schweigen gemeinsam mit dem Ensemble entwickelt wurde und über die gesamte kommende Spielzeit fortgeführt wird. Auch "Tragödienbastard" hätte eigentlich schon in diesem Frühjahr uraufgeführt werden sollen und feiert nun Ende Oktober Premiere. Dabei handelt es sich um ein Rechercheprojekt von Regisseur Florian Fischer gemeinsam mit der Autorin und Wissenschafterin Ewelina Benbenek "über die Repräsentation einer transkulturellen Gesellschaft auf der Bühne".

Am 3. Dezember folgt dann ein Text von Lydia Haider (die beim derzeit laufenden Bachmann-Preis nominiert ist) und Esther Straganz, den Evy Schubert auf die Bühne bringt. In "Am Ball. Wider erbliche Schwachsinnigkeit" besucht eine junge Frau den Akademikerball in der Hofburg. "Dokumentation und Horror - hier wird beides real: Lydia Haider verschreibt sich rücksichtslos der größtmöglichen Transparentmachung des so streitbaren, von der FPÖ organisierten Wiener Akademikerballs", heißt es in der Ankündigung. Dem "Kuschelhormon" Oxytocin widmet sich Anna Neata in ihrem Stück "Oxytocin Baby", das am 28. Jänner 2021 in der Regie von Rieke Süßkow zur Uraufführung kommt. Darin schreibt sie laut Ankündigung "hochmusikalisch und formal bestechend über Schwangerschaft und Mutterschaft, Geburtenkontrolle und Selbstbestimmung".

Im Februar folgt schließlich ein noch namenloses Projekt der britischen Theatergruppe Kandinsky. Nichts weniger als der "Odyssee 2021" widmet sich Jan Philipp Stange in seinem Text, in dem er sich dem Ankommen und Zuhausesein (unter dem Eindruck der Pandemie) widmet. "Was sind das für Träume vom Ankommen - und wie unterlaufen sie, dass wir uns dort zu Hause fühlen, wo wir gerade sind?", heißt es dazu. Inszenieren wird er das Stück gemeinsam mit Jakob Engel. Premiere ist im März. Für April steht "Bataillon" von Enis Maci auf dem Programm, das Tomas Schweigen zur Österreichischen Erstaufführung bringen wird, bevor im Mai ein "Talk-Format, das erst sprechen lernt" mit dem Titel "Rote Beete reden" von und mit Arthur Romanowski und Brigitta/Brygida Najdowska angekündigt ist.

Quelle: Agenturen