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Universalmuseum Joanneum mit bisher bestem Jahr

Im steirischen Universalmuseum Joanneum gab es in diesem Jahr knapp eine Million Besucherinnen und Besucher, und somit war es das "beste Jahr in unserer Geschichte", betonte der scheidende Direktor Wolfgang Muchitsch am Montag. Das kommende Jahr wird ganz im Zeichen der zweiten Steiermark-Schau stehen, diesmal unter dem Titel "Vielfalt des Lebens" und sie beschäftigt sich im Raum Herberstein mit Arten- und Lebensraumvielfalt sowie Klimawandel.

Heuer verzeichnete das Joanneum bisher rund 965.000 Besucherinnen und Besucher, davon 250.000 in der Tierwelt Herberstein, die erst seit Juli 2021 zum Museumsverbund gehört. "Das Kunsthaus liegt sogar über dem Wert von 2018", erläuterte Landeshauptmann Christopher Drexler (ÖVP). Im nächsten Jahr liegt der Fokus auf der Steiermark Schau, die im Vorjahr teilweise von der Pandemie ausgebremst worden war. So konnte der mobile Pavillon am Wiener Heldenplatz zwar aufgestellt, aber nicht in Betrieb genommen werden. Für die zweite Ausgabe der Schau, die rund um Herberstein angesiedelt sein wird, hofft man nun auf mehr Ausstellungsglück und Publikumsinteresse.

Das Museum für Geschichte beschäftigt sich in seiner zentralen Schau "Wendezeiten" mit dem gesellschaftlichen Wandel in der Steiermark seit dem Mittelalter. Hat man bisher Projekte in die Regionen gebracht, so werden im nächsten Jahr "Projekte aus den Regionen herein geholt", beschrieb Museumsleiterin Bettina Habsburg-Lothringen das Vorhaben. "The Sound of St. Lamprecht" soll die Klänge dieses Ortes von der Kaffeemaschine bis zum Dialekt abbilden, "Wir Klauberinnen" zeigt ein Stück Wirtschafts- und Frauengeschichte des Erzbergs.

In der Neuen Galerie wird es Werke des Biedermeier-Malers Franz Steinfeld geben, die bisher kaum öffentlich gezeigt wurden. Mit Humor in der Kunst beschäftigt sich die Ausstellung "Ernsthaft?", die mit Witz, schlechtem Geschmack, Trash-Kultur und vielem mehr kokettiert. Das Bruseum der Neuen Galerie widmet sich Anna Brus und ihrer Bedeutung für die Entwicklung ihres Mannes Günter Brus.

Um mikroskopisch kleine Verbreitungseinheiten geht es in der Ausstellung "Sporen" des Naturkundemuseums. Videos und großformatige mikroskopische Aufnahmen sollen einen Einblick in die Welt der Flechten, Schleimpilze, Algen, Moose und Farnpflanzen geben.

Neues erwartet Interessierte auch im CoSA, dem Center of Science Activities. Ein Escaperaum "Das Bergwerk" und eine Escapebox "Ocean Eye" bieten die Möglichkeit, sich auch mit Kindern auf spannende Weise wissenschaftlichen Themen zu nähern.

Das Volkskundemuseum zeigt das Kooperationsprojekt "Identity on the Line", das Geschichten, die mit Migrationsprozessen verbunden sind, in Schwarz-Weiß-Bildern erzählt. Um Gleichbehandlung geht es in "Jetzt im Recht!", während "Schaulust!" sich Themen der Pornografie widmet. Auch das Freilichtmuseum Stübing beleuchtet mit "Mit ohne Strom - Leben wie damals" moderne Aspekte im musealen Ambiente, denn angesichts von Blackout-Szenarien ist das Kochen am offenen Feuer oder Konservierung durchaus aktuell.

Das bisherige Leitungsteam des Joanneum, Wolfgang Muchitsch und Alexia Getzinger, scheidet mit Jahresende aus seinen Funktionen. Als neuer wissenschaftlicher Geschäftsführer wurde Marko Mele bestellt, die kaufmännische Leitung wurde ein zweites Mal ausgeschrieben.

ribbon Zusammenfassung
  • Im steirischen Universalmuseum Joanneum gab es in diesem Jahr knapp eine Million Besucherinnen und Besucher, und somit war es das "beste Jahr in unserer Geschichte", betonte der scheidende Direktor Wolfgang Muchitsch am Montag.
  • Das kommende Jahr wird ganz im Zeichen der zweiten Steiermark-Schau stehen, diesmal unter dem Titel "Vielfalt des Lebens" und sie beschäftigt sich im Raum Herberstein mit Arten- und Lebensraumvielfalt sowie Klimawandel.