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Ukraine protestiert gegen Russlands Teilnahme an Biennale

Heute, 08:25 · Lesedauer 2 min

Der Streit um die Teilnahme Russlands an der Biennale von Venedig 2026 eskaliert. Auslöser ist die Entscheidung des Biennale-Präsidenten Pietrangelo Buttafuoco, Russland wieder teilnehmen zu lassen. Die Ukraine protestiert gegen die geplante Wiedereröffnung des russischen Pavillons bei der Kunstbiennale.

In einer in Kiew veröffentlichten Erklärung nannten Außenminister Andrij Sybiha und Kulturministerin Tetjana Bereschna die Zulassung russischer Künstler zu internationalen Veranstaltungen inakzeptabel. Sie forderten die Organisatoren auf, ihre Entscheidung zu überdenken. Immerhin hätten sie schon kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor mehr als vier Jahren Moskaus Aggression verurteilt.

Die Veranstalter der alle zwei Jahre stattfindenden Kunstmesse hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass sie Russland in diesem Jahr die Beteiligung gestatten würden. Die Biennale sei eine "offene Institution", hieß es in einer Erklärung. Die Einrichtung weise "jede Form von Ausschluss oder Zensur in Kultur und Kunst" zurück.

Inzwischen haben sich 26 Europaabgeordnete aus verschiedenen Fraktionen mit einem offenen Brief an die Biennale gewandt und eine Rücknahme der Entscheidung gefordert. Die Abgeordneten verurteilen es scharf, Russland eine Plattform bei einer der weltweit wichtigsten Kulturveranstaltungen zu geben, während das Land weiterhin Krieg gegen die Ukraine führe.

Die Biennale steht jetzt vor einer schwierigen Entscheidung: Entweder hält sie an der von ihr betonten kulturellen Autonomie der Biennale fest oder sie macht einen Rückzieher. Ein solcher Schritt würde jedoch der von ihr vertretenen Linie widersprechen, die Ausstellung grundsätzlich für alle Länder zu öffnen. Biennale-Präsident Buttafuoco hatte zuletzt von einem "ständigen Austausch" mit dem italienischen Kulturminister Alessandro Giuli gesprochen. Diese Darstellung wurde jedoch von der Regierung in Rom relativiert.

Zusammenfassung
  • Die Entscheidung des Biennale-Präsidenten, Russland 2026 wieder zur Kunstbiennale in Venedig zuzulassen, hat zu Protesten der Ukraine und internationaler Kritik geführt.
  • 26 Europaabgeordnete fordern in einem offenen Brief die Rücknahme der Entscheidung, während die Veranstalter auf die Offenheit der Biennale und die Ablehnung von Zensur pochen.
  • Die Biennale steht nun vor der schwierigen Wahl zwischen ihrer betonten kulturellen Autonomie und dem internationalen Druck, Russland wegen des seit über vier Jahren andauernden Angriffskriegs gegen die Ukraine auszuschließen.