Trauer um Radio-Pionier Ernst Swoboda

05. Aug 2021 · Lesedauer 3 min

Ernst Swoboda ist tot. Der Geschäftsführer von Kronehit und Pionier des Privatradios in Österreich verstarb am gestrigen Mittwoch im Alter von nur 62 Jahren, wie mehrere Medien berichten.

Swoboda (Jahrgang 1959) war neben seiner Leitungsfunktion bei Kronehit unter anderem seit 2016 auch Vorstandsvorsitzender des Verbands Österreichischer Privatsender (VÖP) und Geschäftsführer der Krone Multimedia GmbH.

In die Kronehit-Geschäftsführung war der langjährige Mediaprint-Justiziar 2004 gekommen. Er wurde zum Hauptverantwortlichen für die erfolgreiche Etablierung des größten Privatsenders am Radiomarkt. Gemeinsam mit dem langjährigen Programmchef Rüdiger Landgraf formte er Kronehit zur breitaufgestellten Alternative zu Ö3.

"Wir haben einen wichtigen Kollegen und wertvollen Menschen verloren", würdigte "Krone"-Herausgeber Christoph Dichand den Verstorbenen. Und "Kurier"-Geschäftsführer Thomas Kralinger bezeichnete Swoboda als den "wichtigsten Medienmanager im Privatradiobereich".

Breitenecker würdigt "besten Radiochef der Nation"

Aber auch über das eigene Unternehmen hinaus wurde Swoboda aktiv. Nicht zuletzt an der Spitze des VÖP wurde der streitbare Jurist zur Stimme der heimischen Privatsender, der nicht zuletzt mit Programmbeschwerden gegen den ORF und die Ausgestaltung der GIS-Gebühren für die Privatszene kämpfte.

Tief betroffen zeigte sich schließlich auch Markus Breitenecker, Geschäftsführer der ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe: "Ernst Swoboda war der beste Radiochef der Nation und der unermüdliche Kämpfer für Privat-Medien schlechthin. Ich habe ihn bewundert." Swoboda sei intelligent, humorvoll, trocken, schnörkellos und uneitel gewesen. "Immer ein Kämpfer für die Sache, nicht für sich. Ein kreativer und kluger Jurist, der immer wieder neue Ideen hatte, die Schieflage im dualen Rundfunkmarkt Österreichs mit neuen juristischen Wegen zu beseitigen", so Breitenecker.

Auch VÖP zollte ihm Respekt

Auch der Verband der Österreichischen Privatsender zollte seinem langjährigen Vorsitzenden den höchsten Respekt. "Ernst Swoboda hat die österreichische Privatradiobranche geprägt wie kaum ein anderer", hieß es in einer Aussendung: "Sein Sachverstand, seine Erfahrung und sein Scharfsinn waren stets aufs Neue beeindruckend. [...] Er war einer, der niemals aufgab und immer neue Wege suchte, um ein Problem anzugehen, auch wenn andere längst kapituliert hatten. Er imponierte mit seinem Kampfgeist, seiner Unerschrockenheit und seinem Durchhaltevermögen."

Auch ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, mit dessen Haus Swoboda in seiner Funktion als VÖP-Funktionär zahlreiche Sträuße ausgefochten hatte, würdigte den Verstorbenen am Donnerstag als "innovativen Medienmacher, der die Weiterentwicklung des Medienstandortes Österreich ganz wesentlich mitgeprägt und sich große Verdienste um das österreichische Radio erworben hat!"

Politiker würdigten Swoboda

Und schließlich reihten sich auch hohe politische Repräsentanten am Donnerstag in die Reihe der Würdigungen ein, darunter Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), der betonte, dass Swoboda mit seinem tagtäglichen Engagement bewiesen habe, dass ein erfolgreiches und beliebtes Privatradio in Österreich wirklich möglich sei. "Bis zuletzt setzte sich Ernst Swoboda für Qualitätsjournalismus und Medienvielfalt in Österreich ein", so Kurz.

Der Grüne-Vizekanzler Werner Kogler konstatierte indes via Twitter: "Ernst Swoboda hat Österreichs Medienvielfalt geprägt und vielen Menschen unzählige Stunden Unterhaltung beschert."

Quelle: Agenturen