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Tiroler Landesmuseum "unterwegs" zeigt Barockzeichnungen

Heute, 17:58 · Lesedauer 3 min

Das Tiroler Landesmuseen-Haupthaus, das "Ferdinandeum", verbringt einen Teil der bis Anfang 2028 angesetzten, umbaubedingten Schließzeit "unterwegs" im Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck. Dort werden vom 27. März bis 26. Oktober unter dem Titel "Weltentfaltung. Zeichnungen des Tiroler Barock" 130 Zeichnungen aus dieser Epoche gezeigt. Im Mittelpunkt stehen Künstler wie Paul Troger oder Simon Benedikt Faistenberger, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.

Diese Ausstellung, die wie weitere noch kommende unter dem Titel "Ferdinandeum unterwegs" firmiert, könne programmatisch für die Arbeitsweise während der Schließzeit stehen, sagte der Direktor der Tiroler Landesmuseen, Andreas Rudigier, bei der Presseführung. "Wir denken über die Sammlungen und Orte hinweg und arbeiten interdisziplinär", führte er aus. Dabei soll es für ihn auch bleiben, wenn das Ferdinandeum 2028 wieder seine Pforten öffnet. "Wir müssen ganz grundsätzlich künftig noch mehr gemeinsam arbeiten", betonte der Direktor die Wichtigkeit und Notwendigkeit von Kooperationen.

Im Falle der Kooperation mit dem Stadtarchiv/Stadtmuseum sei bereits "etwas Schönes" und eine "überaus kraftvolle Arbeit" entstanden, strich der Leiter des Stadtarchivs/Stadtmuseums, Lukas Morscher, heraus. Der Austausch zwischen den beiden Institutionen sei "sehr wertvoll gewesen", auch seien solche Zusammenarbeiten in Zeiten "der geringeren finanziellen Mittel" ohnehin Gebot der Stunde. Dieser "Mannschaftssport" gemeinsam mit den Landesmuseen habe nunmehr reiche Früchte getragen.

Bevor sich diese Zusammenarbeit allerdings in üppig mit Zeichnungen ausgestalteten Räumen manifestieren konnte, galt es erst einmal zu sichten und zu wühlen. "Wir haben über 3.000 Blätter aus der Epoche des Barocks in Tirol in unserem Depot", berichtete der Leiter der Grafischen Sammlung der Tiroler Landesmuseen und Kurator der Ausstellung, Ralf Bormann.

"Die Sammlung ist in den letzten 200 Jahren entstanden und bietet Stücke, die österreichweit zu den bedeutendsten ihrer Art gehören", erklärte der Ausstellungskurator. Gegliedert habe man die Ausstellung schließlich, nach der Auswahl der Zeichnungen, in mehrere Themenfelder, darunter beispielsweise "Falten", "Perspektiven" oder auch "Sichtbarkeit". "Zentral ist insgesamt die Falte im Barock, die nicht nur ein dekoratives, sondern eben ein konstitutives Element ist", strich er heraus. Es gehe dabei unter anderem um "Täuschungen und die perspektivische Auffaltungen der Welt", nahm er unter anderem Bezug auf den Ausstellungstitel.

Realisierte Skizzen in Innsbruck

Die Ausstellung zeige zudem nicht zuletzt auch das "Papier als ein Medium von Ideen", sagte Bormann. Einige der Zeichnungen seien in Innsbruck nämlich in Form von Fresken oder Gemälden verwirklicht worden, etwa die Skizze "Judith mit dem Haupt des Holofernes" von Cosmas Damian Asam, das als Fresko im Sitzungssaal des Tiroler Landtags im Alten Landhaus zu sehen ist. Ein weiteres in der Landeshauptstadt verwirklichtes Beispiel stammt aus der Feder von Christoph Gumpp dem Jüngeren. Dieser hatte mit Feder und Pinsel einen Entwurf zur Fassade der Jesuitenkirche gezeichnet.

Ab Juli gibt es übrigens einen "zweiten Rutsch" an Zeichnungen im Stadtarchiv/Stadtmuseum zu bewundern. Die meist eher zarten Zeichnungen, überwiegend mit Pinsel, Feder oder Kreide ausgeführt, dürfen "nicht länger als drei Monate hängen", erklärte Bormann. Die Zeichnungen würden sonst schlicht "ausbleichen". Diese Tatsache und der damit verbundenen fliegende Wechsel inmitten der Ausstellungszeit ist jedenfalls kein Nachteil für die Besucherinnen und Besucher. So sind insgesamt eben 130 Zeichnungen zu sehen, die detailreiche Einblicke in "die Multiperspektivität des Barock" und die Entwicklung des Barock-Stils in Tirol geben.

(S E R V I C E - Ausstellung "Weltentfaltung. Zeichnungen des Tiroler Barock" von 27.3. bis 26.10. im Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck. https://www.innsbruck.gv.at/freizeit/kultur/museen-stadtarchiv/stadtmuseum )

Zusammenfassung
  • Das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum zeigt während seiner bis Anfang 2028 andauernden Umbau-Schließung 130 ausgewählte Barockzeichnungen vom 27. März bis 26. Oktober im Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck.
  • Die Ausstellung 'Weltentfaltung. Zeichnungen des Tiroler Barock' präsentiert Werke bedeutender Künstler wie Paul Troger und Simon Benedikt Faistenberger und ist Teil des interdisziplinären Projekts 'Ferdinandeum unterwegs'.
  • Wegen konservatorischer Vorgaben werden ab Juli einige der über 3.000 im Depot befindlichen Zeichnungen ausgetauscht, sodass die Besucher insgesamt 130 Werke aus der bedeutenden Sammlung sehen können.